Tipps und Pflichten für Autofahrer
Eisfreie Windschutzscheibe

Frankfurt. Um das Auto im Winter im verkehrssicheren Zustand zu halten, müssen Fahrer einiges an Mehrarbeit leisten. Denn die Scheinwerfer, Seitenspiegel und Lufteinlässe sollten frei von Schnee, Eis und Laub sein. Wer nur das berüchtigte "Guckloch" freikratzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern zwischen 10 bis 35 Euro, erklärt Frank Häcker vom Deutschen Anwaltverein (DAV). Als sicher gilt nur, wenn der Fahrer durch alle Scheiben freie Sicht hat. Lediglich die Heckscheibe darf bei Nutzung der Seitenspiegel vereist bleiben. Noch teurer kann es bei einem Unfall werden: "Die Versicherung kann bei einer Obliegenheitsverletzung einen Regress bis zu 5000 Euro vom Versicherten einfordern", so Häcker.

Wenn der Fahrer keine Garage hat oder das Auto nicht unterstellen kann, sind die Scheiben oft vereist. "Am besten bekommt man diese mit dem Eiskratzer oder einer Standheizung wieder frei. Oder man schützt die Scheibe bequem am Vorabend durch eine Abdeckung", empfiehlt Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland. Als Schutz können spezielle Thermomatten, Pappe oder einfache Decken dienen. Vom Enteisen mit heißem Wasser rät der Experte ab. Denn die Scheiben könnten aufgrund der Kälte gleich wieder gefrieren. Nicht erlaubt ist, den Motor zum Abtauen der Scheiben laufen zu lassen. Denn das gilt als vermeidbare Lärm- und Umweltbelastung, die "gemäß § 30 Straßenverkehrsordnung mit 10 Euro bestraft wird", sagt Jost Henning Kärger, Verkehrsjurist beim ADAC.

Um dann mit dem freigekratzten Auto aus der Einfahrt zu kommen, rät Engelmohr zum klassischen Schneeschippen. Auch Asche und stumpfes Streugut wie Splitt können verwendet werden. "Salz ist nur in einem bestimmten Temperaturbereich hilfreich." Außerdem sollte der Fahrer beim Einsatz von Salzbeimischungen den Umweltschutz beachten. Für die erlaubte Menge gebe es laut Häcker kommunale Regelungen. Zu viel Salz könne von der Gemeinde als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Wer sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen im Schnee festgefahren hat, kann mit einfachen Mitteln wie Fußmatten und Reisig den Reifen wieder zu Grip verhelfen.

Seinen Parkausweis muss ein Autofahrer laut Straßenverkehrsordnung (StVO) von außen gut sichtbar ins Auto legen. Am besten hinter die Windschutzscheibe. "Es gibt aber keine Verpflichtung dafür, die Scheibe im Winter freizukratzen", sagt Stephan Miller, Verkehrsjurist beim ADAC. Mit der richtigen Platzierung hat der Fahrer seine Pflicht erfüllt.

Scheiben-Wischwasser ohne Frostschutz sollte gegen eine Wintermischung getauscht werden. Das rät die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und empfiehlt eine Mischung mit Frostschutzmittel bis minus 20 Grad. "Die schützt das Wischwasser bis zu dieser Temperatur im Behälter und - ganz wichtig - in den Leitungen bis zur Sprühdüse vor dem Einfrieren", sagt Hans-Jürgen Götz. Restliches Sommerwasser sollten Autofahrer durchsprühen, bis der Behälter komplett leer ist. Erst dann füllen sie die Wintermischung ein.

Konzentrate haben den Vorteil, dass sie billiger als Fertigmischungen sind. Autofahrer müssen sie aber selbst im richtigen Verhältnis mischen. Fertigmischungen kann man gebrauchsfertig einfüllen. Sie werden zudem mit gereinigtem Wasser hergestellt. So bestehe keine Gefahr, dass Dreck im Wasser die Düsen verunreinige oder verstopfe, sagt Götz.
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