Unternehmen wächst
Gute Laune bei der Deutschen Telekom

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Bild: Oliver Berg/dpa

Die Chefetage der Deutschen Telekom stellte insgesamt positive Zahlen vor. Auf welchen Markt man auch guckt, es heißt: "Wachstum, Wachstum, Wachstum". Doch es gibt aber auch Bereiche, die nicht so glänzend aussehen.

Bonn. Die Steuerreform in den USA hat der Deutschen Telekom einen satten Gewinnsprung beschert. Der Konzernüberschuss stieg 2017 um knapp 30 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mitteilte. Allein 1,7 Milliarden davon stammten aus der Neubewertung von Steuerpositionen bei der Mobilfunk-Tochter T-Mobile US infolge der von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Senkung der Steuersätze für Unternehmen. Ohne die bilanzielle Schützenhilfe hätte ein Gewinnrückgang in den Büchern gestanden. "Danke auch an Donald", sagte Telekom-Chef Tim Höttges.

Insgesamt läuft es rund in dem Konzern mit seinen 217 000 Mitarbeitern. "Wir haben es geschafft, unser Wachstum robust aufzustellen", sagte Vorstandschef Höttges, der am Vorabend eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2024 erhalten hatte. "In Europa wachsen wir, in Deutschland wachsen wir, in den USA wachsen wir." Den Umsatz steigerte die Telekom um 2,5 Prozent auf 74,9 Milliarden Euro, hieß es. Ohne die Belastungen aus dem starken Euro wären es 3,6 Prozent Plus gewesen. Treiber war das Geschäft der US-Mobilfunktochter, deren Geschäft brummt.

Allerdings herrscht nicht überall eitel Sonnenschein bei dem ehemaligen Staatskonzern. So bleibt die Großkundentochter T-Systems mit rund 37 000 Mitarbeitern das Sorgenkind. Im Herbst hatten die Bonner auf T-Systems eine milliardenschwere Abschreibung wegen fehlender Aufträge verbuchen müssen, zum Jahresende kam fast eine Milliarde Wertminderung im Europageschäft dazu. Ein neuer Chef hatte bei T-Systems zum Jahresbeginn Veränderungen angekündigt und einen Teilverkauf in den Bereich des Möglichen gerückt, was zu Unmut beim Betriebsrat geführt hatte.

Konzern-Finanzchef Thomas Dannenfeldt äußerte sich zurückhaltend. T-Systems habe "erhebliche Herausforderungen" vor sich. In dem schwierigen Markt seien auch "anorganische Schritte" - also Verkäufe - an der Tagesordnung, sagte er vage. Bahnt sich ein Verkauf eines Teils der Firma an? Nein, sagte Dannenfeldt, es gebe verschiedene Optionen. Zugleich räumte er ein, dass man im Gegensatz zu früher einen Teil-Verkauf nicht mehr ausschließe.

Außerdem liegt den Bonnern die Beteiligung an dem britischen Telekommunikationskonzern BT Group auch 2017 schwer im Magen. Die Aktie der Briten hatte deutlich an Wert verloren. An der Börse sackte der niedrige Kurs noch mal deutlich ab, am Donnerstagmittag lag das Minus bei etwa drei Prozent. Grund hierfür dürften die hohen Investitionsausgaben sein, die die Telekom in den kommenden Jahren anpeilt: Mehr als 20 Milliarden Euro sollen es allein in Deutschland in den nächsten vier Jahren sein. Dabei werde man immer stärker auf "Fiber To The Home" (FTTH) setzen, also Glasfaseranschluss bis zu den Wohnungen, statt nur bis an die Straße oder den Hauptverteiler.

Beim Breitband-Ausbau sieht sich das Unternehmen auf Kurs. Bis Jahresende soll eine Download-Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit pro Sekunde in 26 Millionen Haushalten möglich sein - 7 Millionen mehr als 2017. Die Telekom nutzt dabei das Vectoring, bei der alte Telefon-Kupferkabel aufgerüstet und die Übertragung beschleunigt wird. Die Konkurrenten Vodafone und Unitymedia nutzen Fernseh-Kupferkabel und erreichen damit eine schnellere Übertragung - ihre Maximalwerte liegen zwischen 200 MBit bis 500 MBit pro Sekunde. Die Kabelanbieter haben aber nicht so viele Festnetzkunden wie die Telekom.
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