06.04.2018 - 22:24 Uhr
Deutschland & Welt

US-Präsident lässt neue Sonderabgaben prüfen Trump heizt Handelskonflikt weiter an

Peking/Washington. In ihrem Handelsstreit steuern die USA und China voll auf Konfrontationskurs. Scharf reagierte Peking auf die überraschende Drohung von US-Präsident Donald Trump mit weiteren Strafzöllen auf Importe und drohte mit Vergeltung. Der Sprecher des Handelsministeriums in Peking, Gao Feng, stellte einen "sofortigen und harten Gegenschlag" in Aussicht. Unter diesen Umständen werde es auch unmöglich, über die Probleme noch zu verhandeln. Zuvor hatte das Handelsministerium bereits mitgeteilt, China werde "um jeden Preis" und "bis zum Ende" gegen den Protektionismus der USA ankämpfen. Gao Feng widersprach auch amerikanischen Andeutungen, dass beide Seiten bereits im Gespräch seien. "Das ist nicht der Fall."

Im Streit mit China hat US-Präsident Donald Trump nochmals nachgelegt. Bild: Susan Walsh/dpa
von Agentur DPAProfil

Der Streit zwischen den beiden weiltweit größten Volkswirtschaften war am Mittwoch über amerikanische Vorwürfe des Technologiediebstahls durch China ausgebrochen. Hatte sich das Weiße Haus noch verhandlungsbereit gezeigt, beklagte sich Trump am Donnerstag über "unfaire Vergeltungsmaßnahmen Chinas". Trump wies den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer an, neue Sonderabgaben auf Einfuhren aus der Volksrepublik im Wert von 100 Milliarden Dollar zu prüfen. Sollten zusätzliche Zölle angemessen sein, solle er diejenigen Produkte identifizieren, die mit den Abgaben belegt werden können. Lighthizer erklärte, solche Maßnahmen würden einer Bewertungsfrist von 60 Tagen unterzogen und nicht in Kraft treten, bis dieser Prozess abgeschlossen sei. Am Freitag beklagte Trump auf Twitter seiner Ansicht nach unfaire Praktiken der Welthandelsorganisation WTO, die China zu Lasten der USA bevorzugten. In einem am Freitag ausgestrahlten Radio-Interview sagte Trump, dass seine China-Politik an den Finanzmärkten womöglich "leichtere Schmerzen" verursachen könnte, aber das sei es auf längere Sicht wert. Am Freitag veröffentlichte das Weiße Haus eine Stellungnahme, in der es China neuerlich eine Schädigung der Weltwirtschaft und der US-Interessen vorwarf.

Der Handelskonflikt könnte indirekt auch Deutschland treffen. So befürchtet der Deutsche Bauernverband negative Auswirkungen für die Landwirte. "Die Strafzölle Chinas haben bereits für Nervosität und Preisrückgänge an den internationalen Märkten für Schweinefleisch gesorgt", sagte der Generalsekretär des Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Eine weitere Eskalation des Handelsstreites könnte zu weiteren Verwerfungen an den Agrarmärkten führen", warnte Krüsken. Die Eskalation zwischen den USA und China hatte den Markt auch für andere Produkte unter Druck gesetzt.

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