US-Umweltbehörde vermutet Abgas-Betrug bei weiterem Autohersteller
Erst VW, nun Fiat Chrysler?

Washington. Nach Volkswagen ist in den USA ein zweiter großer Autobauer wegen möglichen Abgas-Betrugs ins Visier der Behörden geraten. Fiat Chrysler stehe im Verdacht, bei rund 100 000 Dieselwagen die Emissionswerte von Stickoxiden gefälscht zu haben, teilte das US-Umweltamt EPA am Donnerstag in Washington mit. Es gehe um Software zur Abgas-Kontrolle, die Fiat Chrysler gegenüber den Regulierern nicht offengelegt und so gegen Umweltgesetze verstoßen habe. Ob es sich bei den Programmen - wie bei Volkswagen - um illegale Abschalteinrichtungen ("defeat devices") handelt, müsse allerdings erst noch ermittelt werden. Betroffen seien etwa 104 000 SUV und Pick-up-Trucks der Typen Jeep Grand Cherokee und Dodge Ram 1500 der Modelljahre 2014 bis 2016 mit 3,0-Liter-Dieselmotoren. Der Hersteller müsse nun belegen, dass er keine verbotene Software einsetze.

Fiat Chrysler geht davon aus, sich mit der Technik im legalen Rahmen zu bewegen. In einer Stellungnahme kündigte der Konzern an, nach dem Regierungswechsel in den USA mit den Behörden kooperieren zu wollen. Man sei enttäuscht über das Vorgehen der EPA. Die EPA wies jedoch darauf hin, dass Fiat Chrysler bereits gegen das US-Luftreinhaltegesetz "Clean Air Act" verstoßen habe, indem der Hersteller die zweifelhaften Programme bei der Zertifizierung der Autos verschwiegen habe. Allein dies könne schon Bußgelder und Strafen nach sich ziehen.
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