12.04.2017 - 20:28 Uhr
Deutschland & Welt

Verband sagt Aufgabe von Brennereien vorher Weniger Genossenschaften

München. Die bayerischen Genossenschaften stehen vor einem Umstrukturierungsprozess. Nach Zuwächsen rechnet Verbandschef Jürgen Gros bis 2020 mit einer sinkenden Zahl. Als Ursachen dafür nannte er einen Konzentrationsprozess bei den Milch- und Trocknungsgenossenschaften sowie wegen des nahenden Endes des Branntweinmonopols mit Garantiepreisen die Liquidierung von Brennereien. Da auch die Dynamik bei den Neugründungen nachgelassen habe - 2016 waren es 13 -, sei bis 2020 ein Rückgang der derzeit 1018 im Verband organisierten Genossenschaften auf unter 1000 zu erwarten. Wirtschaftliche Konsequenzen für den Verband werde das aber nicht haben, sagte Gros bei der Jahresbilanz des Genossenschaftsverbandes in München.

von Jürgen UmlauftProfil

Deutlich zurückgehen werde die Zahl der momentan 130 Milchliefergenossenschaften. So schlössen sich im Schongauer Land 42 unter dem Dach einer großen Genossenschaft zusammen. Der niedrige Milchpreis, das Höfesterben und die steigende Zahl an selbstvermarktenden Landwirten seien dafür verantwortlich, so Gros. Ähnliche Entwicklungen seien auch in anderen Landesteilen zu erwarten. Bei den 26 Heutrocknungsgenossenschaften mache sich der Umstieg vieler Landwirte auf industriell produziertes Kraftfutter bemerkbar. Für die meisten der 67 genossenschaftlichen Brennereien sah Gros unter den neuen Marktbedingungen keine Zukunftschance. 14 seien derzeit in der Abwicklung.

Wegen gesunkener Milch- und Getreidepreise schrumpfte 2016 der Gesamtumsatz der bayerischen Genossenschaften um knapp 1 Prozent auf 11,9 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg trotzdem um 27,4 Prozent auf 273,3 Millionen Euro. Dazu trugen vor allem die Handels-, Handwerks- und Energiegenossenschaften bei. In der Oberpfalz sind derzeit 83 Genossenschaften aktiv, per Saldo eine mehr als im Vorjahr. Sie haben sich überwiegend in den Bereichen Energie, Gewerbe sowie Obst und Gemüse zusammengeschlossen. Neu dazugekommen sind die "Ambulante Palliativversorgung Nordoberpfalz", ein Zusammenschluss der Kliniken Nordoberpfalz, der Diakonie und der Malteser zur Verbesserung der Lebensqualität schwerstkranker Menschen, und die "Bio-regionale Genossenschaft Oberpfalz" in Neumarkt, die von 64 Bauern betrieben wird.

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