Verbrauchern drohen höhere Kosten für Benzin und Heizöl
Nach Opec-Beschluss ziehen Ölpreise an

Den Heizöltank im Keller zu füllen, könnte teurer werden. Archivbild: dpa

Frankfurt/Berlin. Experten erwarten nach der Einigung der Opec auf eine Förderkürzung einen weiteren Anstieg der Ölpreise. Hinzu kommt, dass auch Länder wie Russland, die dem Ölkartell nicht angehören, bei der Verknappung des Rohstoffs mitziehen wollen. Für Verbraucher wird sich dies in den kommenden Wochen wohl mit einem Anstieg der Kosten fürs Tanken und Heizen bemerkbar machen.

Seit dem Mittwoch reagieren die Ölpreise auf den Opec-Beschluss mit einem Höhenflug, der sich am Donnerstag mit etwas geringerem Tempo fortsetzte. Die Opec drosselt erstmals seit acht Jahren ihre Förderung. Das Ölkartell will im ersten Halbjahr 2017 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Russland folgt dem Beschluss der Opec. "Auch russische Konzerne werden die Förderung zurückfahren", sagte Energieminister Alexander Nowak am Donnerstag in Moskau. "Dies ist ein deutlich größerer Schnitt, als es die meisten erwartet hatten, und es könnte den Ölpreis in Bereiche zwischen 50 und 60 Dollar pro Barrel schicken", kommentierte Bob Minter, Stratege bei Aberdeen Asset Management. Bedeutsam sei der Schritt aber auch, weil man mit Russland ein Land außerhalb des Kartells mit einbezogen habe. "Vor allem psychologisch stellt die Vereinbarung einen wichtigen Meilenstein dar", meinten Analysten von HSBC Trinkaus. Schließlich habe man es geschafft, zum Teil sehr unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen.

Marktbeobachter des Bankhauses Goldman Sachs rechnen nun ebenfalls mit einem weiteren Anstieg der Ölpreise. Offen sei jedoch, ob der Anstieg längerfristig anhält. "Ein deutlicher Nachfrageanstieg beim Öl in den kommenden Jahren ist keine Gewissheit", schrieb Minter. Schließlich wollten Länder wie Indien und China nicht mehr so stark vom Öl abhängig sein. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar kostete am Donnerstagmittag 52,64 Dollar. Das waren 80 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 66 Cent auf 50,10 Dollar. Durch das Überangebot am Markt hatten sich die Preise seit 2014 allerdings auch fast halbiert.

Was die Verbraucher entlastete, brachte Förderländern angesichts sinkender Einnahmen wirtschaftliche Probleme. Der Iran begrüßte denn auch die Einigung der Opec auf die erste Förderkürzung seit 2008 als eine wichtige Entscheidung. "Man dachte schon, die Opec wäre tot, aber mit dieser Einigung hat das Kartell wieder ein wichtiges Lebenszeichen von sich gegeben", sagte Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh.

Heizöl bestellenInfolge der Opec-Entscheidung, die Rohölproduktion 2017 zu drosseln, werden die Preise vermutlich weiter steigen. "Wer seinen Tank noch nicht voll hat, sollte jetzt Heizöl bestellen", rät Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. "Gezahlt werden muss in der Regel der Preis, der bei der Bestellung aktuell war." Wird Heizöl also in den kommenden Wochen teurer, kann es sich für Verbraucher lohnen, vorher zu handeln. Der günstigste Preis lässt sich per Internet ermitteln. Vor der Bestellung sollten Verbraucher aber immer mehrere Vergleichsrechner bemühen und dabei auch das Kleingedruckte im Blick haben. Wichtig ist unter anderem, die Endpreise und nicht den Preis pro Hundert Liter zu vergleichen. Denn Gebühren wie die Lieferkosten oder der Gefahrgutaufschlag sind darin oft nicht enthalten. (dpa)
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