Verteilerzentren lahmgelegt - Briefe bleiben liegen
Poststreik in Amberg

(paa/dpa) Nach den Warnstreiks der Briefträger haben am Donnerstag Hunderte Mitarbeiter in den Verteilerzentren der Post zeitweise die Arbeit niedergelegt. In Bayern waren die Zentren Amberg, Bayreuth, Freising, Landshut und München betroffen. In Amberg legte die Nachmittagsschicht ab 15 Uhr die Arbeit nieder, sagte Anton Hirtreiter, Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiter Postdienste, auf Anfrage zu unserer Zeitung. Er erwartetet Auswirkungen auf die Zustellung in der mittleren und nördlichen Oberpfalz. Denn ab Nachmittag eingehende Sendungen würden nicht mehr bearbeitet und liegenbleiben.

Warnstreiks gab es auch in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Insgesamt konnten nach Darstellung der Gewerkschaft rund 8,6 Millionen Briefe und 180 000 Pakete nicht oder nur verzögert bearbeitet werden. Post-Sprecher wiesen in den betroffenen Regionen dagegen darauf hin, dass es in vielen Fällen durch Einsatz von Aushilfskräften gelungen sei, die Beeinträchtigungen gering zu halten. Nach Angaben der Post werden rund 2,3 Millionen Briefe und rund 90 000 Pakete mit Verspätung zugestellt.
Bis zur Fortsetzung der Verhandlungen am nächsten Donnerstag werde es weitere Aktionen geben. "Die Streikbereitschaft unserer Mitglieder ist hoch", erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis. Am 25. April müsse ein einigungsfähiges Angebot auf den Tisch.

Sechs Prozent mehr

Am Montag war die zweite Tarifrunde bei der Deutschen Post ohne Ergebnis geblieben. Für die rund 132 000 Tarifbeschäftigten fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat. Mit den Warnstreiks will Verdi den Druck auf den Arbeitgeber erhöhen. Bislang legte die Deutsche Post kein Angebot vor. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland 17 000 Menschen, darunter mehr als 40 000 Beamte.
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