"Vertrauenzurückgewinnen"
Dobrindt fordert Offensive der Autobranche

Alexander Dobrindt. Bild: dpa

Berlin. Angesichts des Vertrauensverlusts nach dem VW-Skandal hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Autobranche zu eigenständigen Zusagen für realistischere Abgaswerte aufgefordert. "Ich erwarte an dieser Stelle ein deutlich offensiveres Vorgehen der Autoindustrie", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Teil einer solchen Zusage sollten neben Labortests auch vergleichbare Messungen im realen Straßenverkehr sein. "Das könnte man auf einer definierten Strecke von 100 Kilometern Länge mit Streckenanteilen innerorts und außerorts machen", sagte Dobrindt. Wenn die Hersteller, die Fahrzeuge in Deutschland genehmigen lassen, Verbrauchstests auf dieser Strecke fahren, ergebe sich zumindest unter diesen Anbietern eine realitätsnahe Vergleichbarkeit.

Es sei das eine, dass der Gesetzgeber die Regeln ändere, was jedoch nur auf europäischer Ebene möglich sei. Etwas anderes sei, was die Autoindustrie von sich aus tun könne. "Darüber werde ich im neuen Jahr mit der Branche sprechen", sagte Dobrindt. Ergänzend zu den umstrittenen Labortests sollen in der EU von September 2017 an schrittweise verpflichtende Messungen auf der Straße (Real Driving Emissions, RDE) starten. Hintergrund ist, dass die realen Abgaswerte teils erheblich höher ausfallen, als es Ergebnisse im Labor ergeben. Unterdessen warnte die deutsche Autoindustrie erneut vor einer Verschärfung der Abgasregelungen.
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