Wachstumsprognose der EU-Kommission
Eurozone im Höhenflug

Brüssel. Die Finanzkrise in Europa scheint ferne Vergangenheit: Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone und für die gesamte EU noch einmal deutlich angehoben. 2017, 2018 und 2019 soll die Wirtschaft stärker wachsen als zunächst angenommen. Für Unsicherheit sorgen hingegen der offene Ausgang der Brexit-Verhandlungen, die mögliche Verschärfung geopolitischer Konflikte - etwa mit Nordkorea - sowie US-Präsident Donald Trump. Europa insgesamt und vor allem die Euro-Zone haben Jahre der Krise hinter sich. Nun sieht die Lage so gut aus wie seit 10 Jahren nicht mehr. 2007 lag das Wachstum sowohl im gemeinsamen Währungsgebiet als auch in der gesamten EU bei 3,0 Prozent, ab 2008 ging es rapide bergab.

Die EU-Kommission rechnet nun 2018 in den 19 Ländern, die den Euro als Währung haben, mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,3 Prozent. Im Herbst war sie noch von 2,1 Prozent ausgegangen. Für das abgelaufene Jahr 2017 rechnet die Kommission jetzt sogar mit einem BIP-Plus von 2,4 Prozent (Herbstgutachten: 2,2 Prozent). EU-weit nimmt die Brüsseler Behörde für 2017 einen Zuwachs um 2,4 Prozent, 2018 um 2,3 Prozent an (Herbstprognose: 2,3/2,1 Prozent). Im kommenden Jahr soll sich der positive Trend weitgehend fortsetzen. 2019 soll das Wachstum in der Eurozone bei 2,0 Prozent, in den 27 EU-Staaten ohne Großbritannien bei 2,1 Prozent liegen. Das Vereinigte Königreich wird die EU voraussichtlich Ende März 2019 verlassen.

Für Großbritannien sehen die Aussichten düster aus. Für 2018 erwartet die EU-Kommission ein Wachstum von 1,4 Prozent, 2019 sollen es 1,1 Prozent sein. Für Deutschland erwartet die EU-Kommission robuste Wachstumsraten. Starker Privatkonsum sowie eine hohe Nachfrage aus dem Ausland sorgten 2017 für ein BIP-Plus von 2,2 Prozent. Für 2018 rechnet Brüssel mit 2,3, für 2019 mit 2,1 Prozent. Überdurchschnittliches Wachstum dürfte es mit über 4 Prozent in diesem Jahr etwa in Rumänien, Irland und Slowenien geben.
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