08.04.2018 - 22:08 Uhr
Deutschland & Welt

Weinexport nach China wächst Riesling für das Reich der Mitte

Peking/Bodenheim. Ob Riesling oder Spätburgunder: Das Interesse von Chinesen an deutschem Wein steigt. Im vergangenen Jahr seien 4 Millionen Liter (40 000 Hektoliter) Rebensaft aus heimischem Anbau nach Fernost verkauft worden und damit ein Viertel mehr als 2016, teilte das Deutsche Weininstitut im rheinland-pfälzischen Bodenheim mit. Zehn Jahre zuvor, 2007, waren es nur 1 Million Liter. Die Aussichten sind gut: Der Anstieg wird sich nach Schätzung des Instituts fortsetzen.

Eine Besucherin der Weinmesse in Hong Kong steht vor einem Stand und probiert einen Wein. Immer häufiger greifen die Chinesen zu guten Tropfen aus deutschen Anbaugebieten. Bild: Jerome Favre/dpa
von Agentur DPAProfil

Die Asiaten legten ihren Fokus bei europäischem Wein nicht mehr nur auf Frankreich, sondern kauften inzwischen auch auf anderen Märkten ein, sagte der Sprecher des Weininstituts, Ernst Büscher. "Das Image des deutschen Weins im Ausland wird besser." Die Exportzahlen beziehen allerdings Hongkong nicht mit ein - rechnet man die chinesische Sonderverwaltungszone dazu, kämen rund 5000 Hektoliter hinzu.

Wichtig ist zudem ein genereller Trend: Während noch vor Jahrzehnten kaum ein Chinese regelmäßig Wein getrunken habe, sei das Getränk inzwischen etwas weiter verbreitet in der asiatischen Gesellschaft, erklärte Büscher. Von der steigenden Nachfrage habe lange Zeit vor allem Frankreich profitiert mit seinen Bordeaux-Rotweinen. "Rot gilt in China als Farbe des Glücks, zudem war den chinesischen Käufern der Name des Weins und die Reputation des Anbaugebiets wichtig", sagt der Institutssprecher. Inzwischen werde aber auch mehr Weißwein nachgefragt, was den deutschen Winzern mit ihrem Exportschlager Riesling zugutekomme.

Dennoch bleibt die Menge vergleichsweise bescheiden. Etwa ein Achtel des Weins aus deutschem Anbau geht in den Export, dies waren im vergangenen Jahr 110 Millionen Liter. Der Anteil von China und Hongkong an den Ausfuhren liegt also bei circa vier Prozent.

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