15.12.2015 - 02:10 Uhr
Deutschland & Welt

Wenn der Christbaum brennt Versicherungsfälle zu Weihnachten

In der Weihnachtszeit dekorieren viele ihr Zuhause festlich - mit Kränzen und bunt geschmückten Bäumen. Für die besinnliche Stimmung dürfen meist auch Kerzen nicht fehlen. Dadurch steigt aber das Risiko für Brände. Dann sollte man die richtige Versicherung haben.

Den Feuerlöscher immer griffbereit haben - wer echte Kerzen an seinem Weihnachtsbaum verwendet, muss wachsam sein. Bild: hfz
von Agentur DPAProfil

Berlin/Henstedt-Ulzburg. Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit. Und wie drückt sich dieses Gefühl besser aus als durch warmen Kerzenschein? Doch wer Adventskränze und Weihnachtsbäume mit echten Kerzen bestückt, geht ein Risiko ein. Denn die Zahl der Brände nimmt in der Weihnachtszeit stark zu. Hausrat- und Wohngebäudeversicherer haben in den vergangenen Jahren im Dezember bundesweit zwischen 11 000 und 12 000 Brände registriert - etwa 40 Prozent mehr als in den Frühjahrs- und Herbstmonaten, rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin vor.

Als häufigste Ursache gelten unbeaufsichtigte Kerzen, erklärt Hasso Suliak, Sprecher des GDV. Brände sind nicht nur also gefährlich, sie können im Schadensfall auch teuer werden. Verbraucher können sich gegen finanzielle Risiken mit Hilfe von Versicherungen schützen - mit einer Hausrat-, Wohngebäude- und private Haftpflichtversicherung.

Hausratversicherung

Doch welcher Versicherer reguliert welche Schäden? Brandschäden im Wohnraum werden durch die Hausratversicherung gedeckt. "Die schließt alles ein, was beweglich ist", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Zerstörte Weihnachtsgeschenke sind eingeschlossen. Wird das Gebäude beschädigt, greift die Wohngebäudeversicherung.

Wer jedoch bei Oma oder Tante zu Besuch ist und die Hand geschnitzte Weihnachtspyramide vom Tisch wirft, muss sich an seine Privathaftpflichtversicherung wenden. Sie zahlt nur den Zeitwert der kaputten Gegenstände, nicht deren Neuwert, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Für eine Differenz zwischen den beiden Werten sei man aber nicht persönlich haftbar zu machen.

Grobe Fahrlässigkeit

Wenn jemand den Raum für längere Zeit verlässt, obwohl die Kerzen noch brennen, handelt diese Person grob fahrlässig. Ein solches Verhalten kann Folgen auf die Schadensregulierung haben. Denn bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer die Leistung anteilig kürzen oder komplett verweigern, erklärt Hasso Suliak vom GDV. Um in solchen Fällen Streit zu vermeiden, sollte die Versicherungspolice einen "Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit" enthalten, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Dadurch wird die Police meist etwas teurer. "Aber diese Mehrkosten können sich lohnen", sagt Boss. Denn der Versicherer haftet dann auch bei grob fahrlässigem Verhalten für die volle Summe.

Damit der Versicherer den Schaden vollständig übernimmt, gibt es noch mehr zu beachten. Auch wenn das Malheur am Heiligabend passiert: Versicherte sollten nicht bis nach den Feiertagen mit ihrer Schadensmeldung warten, sagt Boss. Versicherer haben eine Schaden-Hotline, die oft auch an Feiertagen freigeschaltet ist. Ist dort niemand zu erreichen, sollte man eine E-Mail schreiben, rät Boss. Denn meist müssen Schäden laut Versicherung "unverzüglich" gemeldet werden, erklärt sie. "Das heißt: so schnell wie möglich."

Elektrische Beleuchtung

Damit es bei der Schadensregulierung keine Probleme gibt, sollten kaputte Gegenstände nicht ohne vorherige Rücksprache mit dem Versicherung entsorgt werden, sagt Weidenbach. "Möglich, dass die Versicherung die Schäden noch begutachten will." Stimmt sie der Entsorgung zu, sollte man sich das schriftlich bestätigen lassen, empfiehlt Weidenbach. Denn telefonische Absprachen lassen sich in Streitfällen nicht belegen. Zudem kann es als Nachweis hilfreich sein, die Schäden mit Fotos zu dokumentieren. Um das Brandrisiko zu senken, ist der Griff zu elektrischer Weihnachtsdeko eine Alternative. Aber auch diese sollte nicht zu dicht an anderer Deko hängen, denn sie kann heiß laufen. Leuchtdioden haben eine deutlich geringere Hitzeentwicklung und sind damit sicherer als etwa Glühlampen.

Brennende Kerzen im Auge behalten

Ein Weihnachtsbaum mit echten Kerzen gehört für viele Menschen einfach zum Fest dazu. Damit man die besinnliche Stimmung nicht mit einem Brand bezahlt, helfen einige Tipps. Der Baum sollte am besten in einem mit Wasser gefüllten Ständer stehen, rät der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Kerzen sollten frei stehen und nicht unter Baumzweigen brennen. Strohsterne und andere leicht brennbare Deko sind in Kombination mit Kerzen nicht empfehlenswert. Auch regelmäßiges Gießen kann vorbeugen: Denn trockene Bäume brennen leichter, erläutert der GDV. Zusätzliche Wassereimer oder Handfeuerlöcher sollten für den Notfall bereitstehen. Haustiere und Kleinkinder, die sich in der Nähe des Weihnachtsbaums aufhalten, sollte man besser genau im Auge behalten. (dpa)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.