04.09.2017 - 15:42 Uhr
Deutschland & Welt

Wettbewerbswidrige Preisabsprachen? Stahlbranche erneut unter Kartellverdacht

Bonn/Salzgitter. Die deutsche Stahlbranche steht erneut unter dem Verdacht wettbewerbswidriger Preisabsprachen. Das Bundeskartellamt hat deshalb Ende August an drei Tagen insgesamt sieben Stahlunternehmen sowie drei Privatwohnungen durchsuchen lassen. Das teilte ein Kartellamtssprecher am Montag mit. Es gehe um mögliche Preisabsprachen im Bereich Flachstahl.

Eine Stahlblechrolle, ein sogenanntes Coil, hängt in Salzgitter auf dem Gelände des Stahlwerks der Salzgitter AG an einem Kran. Archivbild: Jochen Lübke/dpa
von Agentur DPAProfil

Das Bundeskartellamt nennt bis zum Abschluss der Verfahren selbst keine Unternehmensnamen. Salzgitter bestätigte aber für das Unternehmen die Durchsuchungen. Man habe alle gewünschten Unterlagen zur Verfügung gestellt, erklärte der Konzern am Montag. Ermittelt wird nach unbestätigten Angaben auch gegen Thyssenkrupp. Ein Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. "Wir nehmen die Vorgänge sehr ernst und unterstützen die Ermittlungen der Behörde, können aufgrund der laufenden Verfahren derzeit jedoch keine weiteren Angaben machen", hieß es. Laut "Manager Magazin" ermittelt die Behörde auch gegen die Interessenvertretung der Branche, die Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Deutschlands Stahlunternehmen stehen seit Jahren unter massivem Wettbewerbsdruck durch Überkapazitäten vor allem aus China. Immer wieder geht das Bundeskartellamt vor diesem Hintergrund dem Verdacht illegaler Preisabsprachen nach. So läuft bereits seit Ende November 2015 ein Verfahren zu möglichen Absprachen bei Edelstahlprodukten. In einem weiteren Verfahren durchsuchten die Kartellwächter 2016 sechs Unternehmen. Hier ging es um den Stahleinkauf für die Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Ermittelt wird außerdem seit Juni dieses Jahres gegen drei Schmiedeunternehmen, die die Preise für Antriebs- und Getriebeteile für die Autoindustrie abgesprochen haben sollen.

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