Wilde Schwankungen zwingen Bauern zum Aufgeben - Aigner rügt Casino-Mentalität
Rohkaffeehändler warnt vor Spekulation

(dpa/KNA) Die Hamburger Neumann-Gruppe, der größte Händler von Rohkaffee, hat die Politik aufgefordert, die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu begrenzen.

Diese führe jetzt schon dazu, dass Kaffeebauern ihre Farmen aufgäben, weil der Kaffeepreis stark schwanke und daher keine Planung mehr möglich sei, sagte Unternehmenschef David M. Neumann in der neuen Ausgabe der "Wirtschaftswoche" (Montag). Mit großen Preisschwankungen könne man "keine nachhaltige Kaffeeproduktion betreiben. Zu groß ist die Gefahr, dass die Farmer aufgeben und in die Städte wandern". Neumann. Man müsse die Spekulationen mit Nahrungsmitteln "in geeigneter Form regulieren".

Unterdessen warnt Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) vor einem weltweiten Preisanstieg bei Lebensmitteln. "Der Trend geht ganz klar nach oben", sagte sie dem "Tagesspiegel" (Montag). Die wachsende Weltbevölkerung, sich verändernde Ernährungsgewohnheiten und klimatische Risiken trieben die Preise auf dem Weltmarkt in die Höhe.

Verstärkt werde der Preisanstieg durch Spekulationen mit Agrarrohstoffen: "Reis und Weizen gehören nicht ins Casino. Mit der Existenzgrundlage von Milliarden Menschen spekuliert man nicht."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.