29.06.2017 - 21:52 Uhr
Deutschland & Welt

Zughersteller Bombardier kündigt Abbau von Arbeitsplätzen an Bis zu 2200 Stellen im Feuer

Hennigsdorf. Beim Zughersteller Bombardier Transportation könnte jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland wegfallen. Der Konzern kündigte am Donnerstag an, in den nächsten drei Jahren bis zu 2200 seiner 8500 Arbeitsplätze hierzulande zu streichen. "Wir müssen uns neu aufstellen", sagte Deutschlandchef Michael Fohrer nach einer Aufsichtsratssitzung in Hennigsdorf. Das Kontrollgremium billigte einvernehmlich Eckpunkte für einen Konzernumbau. Die sieben deutschen Werke sollen erhalten bleiben, sich aber stärker spezialisieren, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Michael Fohrer, Chef von Bombardier Transportation. Foto: Rainer Jensen/dpa
von Agentur DPAProfil

Vom Stellenabbau sind 700 Leiharbeiter betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2019 ausgeschlossen. Die beteiligten Arbeitnehmervertreter sprachen von schmerzlichen Schritten. Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Tölsner betonte, je nach Auftragslage könnten die Zahlen auch kleiner ausfallen. Bombardier hatte erst im vergangenen Jahr 1430 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen, darunter die Stellen Hunderter Leiharbeiter.

Klar ist jedoch, dass der größte Standort Hennigsdorf (Brandenburg) sowie Görlitz (Sachsen) am stärksten betroffen sein werden. Hennigsdorf verliere 2019 die Großserienproduktion von Zügen und damit auch bis zu 500 Arbeitsplätze. Görlitz soll sich auf Wagenkästen spezialisieren und könnte bis zu 800 Arbeitsplätze verlieren. Dagegen könnte in Bautzen (Sachsen) die Beschäftigtenzahl sogar steigen, sagte Fohrer. Bombardier Transportation mit seiner weltweiten Zentrale in Berlin ist die Zugsparte des Bombardier-Konzerns, der auch Flugzeuge baut. Wegen Problemen im Flugzeuggeschäft steckt der Konzern in den roten Zahlen.

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