12.10.2020 - 17:38 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Ernst Frischholz: Ontour-Berichterstatter und Radlpapst

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Als Ernst Frischholz Mitte 30 ist, sattelt er um – im wahrsten Sinne des Wortes. Statt als Torhüter Fußbälle festzuhalten, tritt er zunehmend in die Pedale. Im Sommer entsteht aus der Leidenschaft heraus die OnTour-Serie.

Ernst Frischholz hat jeden Grund zum glücklich sein. Wenn er auf seinem Fahrrad die Region erkundet, ist er voll in seinem Element - so wie er es für die zwölfteilige Ontour-Serie für Oberpfalz-Medien gemacht hat.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Sein Beruf kommt Ernst Frischholz für seine großen Leidenschaft, dem Radfahren, schon jeher entgegen. Als Fahrdienstleiter bei der Bahn erhält er jedes Jahr für jedes europäische Land eine Freikarte. Diesen Umstand nutzt der gebürtige Leuchtenberger, um zusammen mit einem Freund etappenweise nach Sizilien zu radeln. Es ist jene Zeit, als er nach seiner beendeten Fußballerlaufbahn einen anderen Sport sucht. Das Fahrradfahren lässt ihn seither nicht mehr los. Mit Fahrrad und Freunden erkundet Frischholz die Welt.

Von Genua geht es bis nach Barcelona, wo er mit der Fähre nach Mallorca übersetzt. "Als junger Bursch bin ich auch zum Kaffeetrinken nach Stockholm gefahren", erzählt der 70-Jährige. Die "schlimmste Erfahrung" macht der Weidener 1991 in der Ukraine. "Damals hat man für das Land noch ein Visum gebraucht und konnte kein Wort lesen, weil alles in kyrillischer Schrift war", erinnert sich Frischholz. Über die Slowakei sucht er damals so schnell wie möglich die Ausfahrt aus dem Land.

"Auch einmal gescheitert"

Dabei kann man den Weidener getrost als abenteuerfreudig bezeichnen. Im Laufe der Jahre radelt er durch Südafrika ("Das war relativ easy. Das Land ist gut erschlossen und es gibt dort viele deutsche Farmer."), in Ecuador und Argentinien den Anden entlang ("Alles ohne Zelt. Wir hatten nur einen Schlafsack dabei. Einen Platz zum Übernachten findet man immer.") und sogar durch die Atacama-Wüste bis hinauf auf einen 4860 Meter hoch gelegenen Vulkan, der zwischen Bolivien und Chile liegt, dessen Name Frischholz aber vergessen hat. 18 Jahre lang startet er jeden November eine vier- bis fünfwöchige Tour. "Ich bin aber auch einmal gescheitert", gesteht Frischholz. "Irgendwie hatte ich immer im Kopf, mit dem Fahrrad auf das Dach der Welt zu fahren." Der Himalaya entpuppte sich aber wegen der mit dem Rad unüberwindbaren Pfade schnell als unbezwingbar. Auch das gehört zu seinem reichen Erfahrungsschatz.

Als Corona im Frühjahr und Sommer für einen Fahrrad-Boom sorgt, entsteht die Idee zu einer Serie, in der es darum geht, Touren in der Oberpfalz vorzustellen. Tagesetappen, nicht allzu schwierig, nicht länger als 70 Kilometer und mit Einkehrmöglichkeiten. Als Ernst Frischholz angefragt wird, ob er sich des Themas annehmen will, sagt er sofort zu. Für ihn ist es eine Ehrensache, dass er alle zwölf Strecken selbst zusammenstellt und abfährt. Die Resonanz auf die doppelseitigen Geschichten in der Wochenendausgabe und die Online-Artikel sind zahlreich und überwältigend. "In Weiden konnte ich fast nicht mehr durch die Stadt gehen. ,Da kommt der Radlpapst', hieß es", erzählt der 70-Jährige. Ein Senior mailt Frischholz mit einem speziellen Anliegen an. Weil der Enkel des Lesers Geburtstag hat, will er dem Bub eine besondere Überraschung bereiten und mit ihm die Strecke rund ums Schwandorfer Seenland abradeln.

Individuelle Tour ausgetüftelt

Die 55 Kilometer seien aber zu viel, schildert der Leser. Also fragt er kurzerhand bei Frischholz an, ob er ihm eine kürzere Tour zusammenschustern könne. Genau das tut Frischholz. Die ausgetüftelten 38 Kilometer führen von Schwandorf aus zum Murner und Steinberger See - eine Strecke komplett ohne Steigung. "Irgendwann kam eine E-Mail mit Fotos, auf denen zu sehen war, wie Opa, Oma und der Bursch unterwegs waren." Eine ältere Dame fragt sogar an, ob der Weidener eine Fahrradtour mit ihr zusammen unternehmen könne. Alleine habe sie ein bisschen Angst, habe sie ihm erzählt. "Außerdem hat sie mich gefragt, was ich dafür verlangen würde", berichtet der 70-Jährige, der mit der Frau schließlich die Zoigl-Tour fährt. Geld nimmt er keines an. Dafür wird er, wie bei so vielen Rückmeldungen, mit "großer Begeisterung" entlohnt. www.onetz.de/ontour

Alles rund um die Ontour-Serie finden Sie in diesem Artikel

Oberpfalz
Gewinnspiel:
  • Am Ontour-Gewinnspiel beteiligen sich über 2500 Leser
  • Die Preise stiftet Peter Stadler vom gleichnamigen PS-Motor-Center in Amberg
  • Erster Preis: Edith Eichenmüller aus Birgland gewinnt ein E-Bike im Wert von 1800 Euro
  • Zweiter Preis: Monika Höreth aus Trausnitz erhält einen Einkaufsgutschein im Wert von 500 Euro
  • Dritter Preis: Renate Stauber aus Kohlberg erhält einen Einkaufsgutschein im Wert von 200 Euro
Im PS-Motor-Center gratulieren (von links) Peter Stadler und Mediaberater Anton Eismann sowie Ilona Stadler (rechts) den Gewinnerinnen Edith Eichenmüller und Monika Höreth (Dritte und Vierte von links). Renate Stauber konnte nicht persönlich anwesend sein.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.