13.06.2018 - 16:51 Uhr
SchwandorfDeutschland & Welt

Explosive Golfpartien und dunkle Geheimnisse

Die Kino-Neustarts haben es in sich: Ein Papst hautnah, die Rückkehr zweier Hollywood-Größen auf die Leinwand und ein kunstvoll arrangierter Horrorstreifen. Doch auch die Kritik an der Gesellschaft kommt nicht zu kurz.

Tommy Lee Jones ist zurück auf der Kinoleinwand im Film "Das ist erst der Anfang".
von Julia Hammer Kontakt Profil

„Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“: Wenn ein wichtiger Filmschaffender wie Wim Wenders ein solches Thema aufgreift, ist Aufmerksamkeit garantiert: Es geht um den Papst in Wenders’ neuer Dokumentation. Der Regisseur („Der Himmel über Berlin“) hat anhand von Archivmaterial aus dem Vatikan und anderen Quellen sowie mehreren Interviewsitzungen einen Film destilliert, in dem es um die Visionen und Vorstellungen des Papstes geht. Franziskus ist in dieser Doku, die unter anderem bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt wurde, mal auf dem Petersplatz, mal vor dem amerikanischen Kongress zu sehen. (Regie: Wim Wenders - Mit: Papst Franziskus - 96 Minuten - Ohne Altersbeschränkung)

Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes

„Das ist erst der Anfang!“: Anmache, Explosionen und Golfpartien unter kalifornischer Sonne: Das sind die Zutaten für die Action-Komödie „Das ist erst der Anfang!“ mit dem Untertitel „Mission Ruhestand“. Zur Ruhe kommen die Oscar-Preisträger Morgan Freeman und Tommy Lee Jones als Rivalen in einem Luxus-Resort nicht, wenn sie um Frauen buhlen und einen Attentäter ausschalten. Rene Russo mischt die Seniorenrunde etwas auf. Regisseur Ron Shelton, der zuvor Sportkomödien wie „Annies Männer“ und „Tin Cup“ inszenierte, liefert seichte Unterhaltung. (Regie: Ron Shelton - Mit: Tommy Lee Jones, Morgan Freeman und Rene Russo - 93 Minuten - Frei ab 6 Jahren)

Das ist erst der Anfang

„Vom Ende einer Geschichte“: Nach vier Jahrzehnten wird Tony Webster von seiner Vergangenheit eingeholt. Eine etwas komplizierte Erbschaft lässt ihn sich an seine Jugendzeit erinnern und immer mehr die eigene Biografie hinterfragen. Was Romanautor Julian Barnes in „Vom Ende einer Geschichte“ auf nicht mal 200 Seiten beschrieben hat, kommt jetzt unter demselben Titel ins Kino. Webster begegnet seiner erste Liebe wieder, muss sich mit dem Suizid seines einst besten Freundes und mit der eigenen Verantwortung auseinandersetzen. Der Film arbeitet mit vielen Rückblenden. Nach und nach verändert sich Websters Blick auf die Ereignisse von damals. (Regie: Ritesh Batra - Mit: Jim Broadbent, Charlotte Rampling und Harriet Walter - 108 Minuten - Ohne Altersbeschränkung)

Vom Ende einer Geschichte

„Die brillante Mademoiselle Neila“: Eine junge Frau aus der berüchtigten Vorstadt, die Jura in Paris studiert? Und obendrein auch noch mit algerischen Wurzeln? Für Professor Mazard unvorstellbar. Und so stellt er Neila Salah gleich in der ersten Vorlesung mit rassistisch-anzüglichen Witzen vor allen anderen Studenten bloß. Die Buße folgt prompt: Die Universitätsleitung verlangt von dem Professor, Neila auf einen Rhetorikwettbewerb vorzubereiten. Das Ziel: Nichts weniger als der Sieg. Mazard muss gegen seine Vorurteile ankämpfen. Auch Neila hat wenig Lust, sich mehr als nötig mit dem zynischen Professor abzugeben und sich von ihm belehren zu lassen. Mit Hilfe von Schopenhauer und Philosophen aus der Antike liefern sich die beiden einen scharfen rhetorischen Schlagabtausch. Daniel Auteuil und die Musikerin Camélia Jordana spielen die Hauptrollen in der Komödie „Die brillante Mademoiselle Neila“ von Yvan Attal, die in Frankreich großen Erfolg hatte. (Regie: Yban Attal - Mit: Daniel Auteuil, Camélia Jordana und Yasin Houicha - 97 Minuten - Ohne Altersbeschränkung)

Die brillante Mademoiselle Neila

„Hereditary“: Der Horrorfilm „Hereditary – Das Vermächtnis“ beginnt mit einem Tod: Die Großmutter der Familie Graham ist gestorben. Dass das Sippen-Oberhaupt ein dunkles Geheimnis gehabt haben muss, spüren alle schnell – Tochter Annie (Toni Collette), aber auch die Zuschauer. Es passieren merkwürdige Dinge, nicht nur im Baumhaus der Grahams, in dem Tochter Charlie (Milly Shapiro) aus Tierkadavern kleine Totems bastelt. Regisseur und Drehbuchautor Ari Aster lässt sich bei seinem Spielfilmdebüt viel Zeit, um Spannung aufzubauen - macht das aber bereits wie ein Altmeister des Horrorfachs. Nicht alles an der Geschichte ist neu, aber alles ist sehr kunstvoll arrangiert – und zum Fürchten. (Regie: Ari Aster - Mit: Toni Collette, Gabriel Byrne, Alex Wolff und Milly Shapiro - 123 Minuten)

Hereditary

„Overboard“: Vor 30 Jahren kam der Film „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ ins Kino. Die Komödie mit Goldie Hawn und Kurt Russell entstand unter der Ägide von Gary Marshall („Pretty Woman“). Nun findet die Geschichte um zwei, aus verschiedenen Welten stammende Hauptfiguren in abgeänderter Version erneut ihren Weg ins Kino. Im Film lernen wir Kate kennen (Anna Faris), eine junge Mutter, die allein erziehend ist und hart ums wirtschaftliche Überleben kämpft. Als Putzfrau soll sie das Boot eines reichen mexikanischen Gigolos schrubben – Leonardo behandelt sie wie ein Stück Dreck. Kate dreht den Spieß um, als Leonardo sein Gedächtnis verliert. (Regie: Rob Greenberg - Mit: Anna Faris, Eva Longoria und Eugenio Derbez - 112 Minuten)

Overboard

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