Dieser Tag bedroht Ihr Leben

Schönes Wetter als tödliche Gefahr: Die für Donnerstag angekündigte Rekordhitze bedroht vor allem ältere Menschen. Einfache Maßnahmen können Leben retten.

An heißen Tagen brauchen vor allem ältere Menschen immer wieder medizinische Hilfe. Oft geht es dann darum, schnell Flüssigkeit zuzuführen
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

"Mehr Tote als üblich": Für den Malteser Hilfsdienst ist die Gefahr am Donnerstag so groß, dass er eine Pressemitteilung dazu veröffentlicht und als Beleg auf den Wetterbericht und eine Studie aus Frankreich verweist. Der Tag soll heiß und schwül werden und die Studie zeige, dass an solchen Tagen mehr Menschen als üblich sterben. "Die Temperaturregelung des Körpers kann überfordert werden: Sonnenstich, Hitzschlag, Erschöpfung, Kreislaufversagen", fasst der Hilfsdienst die Gefahr zusammen. Besonders betroffen seien Senioren, Babys und chronisch Kranke.

Allerdings sei diesen Gefahren niemand schutzlos ausgeliefert, sagt Professor Robert Schwinger. „Ich habe keine Sorge vor einer anhaltenden Hochdruckphase“, sagt der Chefarzt der Kardiologie im Weidener Klinikum. Tatsächlich erhöhe sich zwar die Zahl der Patienten, meist seien die Erkrankungen aber vergleichsweise harmlos.

Deutlich mehr fürchtet Schwinger Wetterumschläge, egal ob von heiß auf kalt oder umgekehrt. Studien und die eigene Erfahrung des Mediziners belegen, dass an solchen Tagen die Zahl von Herzinfarkten ansteigt. „Dann ist auch die Mortalitätsrate deutlich höher.“ Es sei zudem schwer, sich vor diesem Risiko zu schützen. Dagegen helfen gegen die drei großen Hitze-Gefahren vergleichsweise einfache Maßnahmen:

  • Sonnenstich: Dieser wird ausgelöst durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Gefährdet sind daher vor allem Männer mit Glatze oder kleine Kinder. Als typische Symptome nennt Schwinger Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Im Extremfall kann ein Hitzschlag aber auch zu einem Hirnödem führen. Begegnen lasse sich der Gefahr laut Schwinger relativ einfach: Durch eine Kopfbedeckung. Besonders bei Kindern sei dies wichtig, weil deren Kopf im Vergleich zum Körper relativ groß ist.
  • Hitzekolaps: Früher war dieses Phänomen auch als Hitze-Ohnmacht bekannt. Betroffen sind nicht nur ältere, sondern auch jüngere Menschen, besonders wenn sie länger stehen oder Alkohol konsumiert haben. Hitze sorgt dafür, dass sich die Gefäße erweitern, der Blutdruck fällt rasch ab, die Betroffenen kollabieren. Am besten begegnet man der Gefahr, indem man sich im Schatten aufhält, nicht zu lange steht, Anstrengung und Alkohol meidet.
  • Hitzschlag: Ein solcher entsteht oft bei Überanstrengung, wenn der Körper nicht mehr in der Lage ist, die Hitze abzugeben und die Körperkerntemperatur auf mehr als 40 Grad ansteigt. Auch hier besteht im Extremfall die Gefahr eines Hirnödems. Und auch hier gilt: Anstrengung vermeiden und möglichst kühle Räume aufsuchen.

Für alle Menschen sei es unerlässlich bei höheren Temperaturen mehr zu trinken, sagt Professor Schwinger: „Auf jeden Fall deutlich mehr als zwei Liter.“ Dabei dürfe auch der Mineralienhaushalt des Körpers nicht vergessen werden. Wer viel schwitzt, verliere nicht nur Flüssigkeit, sondern auch viel Salz. Dieser Mineralienmangel könne ebenfalls die Gefäße erweitern und den Kreislauf schädigen. Deshalb sei es sinnvoll, bei großer Hitze mehr Salz zu sich zu nehmen: Schwingers Empfehlung: Suppen oder Brühen.

Professor Robert Schwinger, Chefarzt der Kardiologie am Klinikum Weiden

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