Töten in blutiger Nacht erlaubt

Die Deutschen sind längst raus aus der WM. Heißt: Wieder mehr Zeit fürs Kino. Etwa für "The First Purge", eine weitere Fortsetzung der erfolgreichen und sehenswerten Horror-Reihe. Alle Filmstarts samt Trailer im Überblick.

In "The Purge" wird es wieder gruselig.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

"The First Purge": Unruhen, Gewalt und Hass vergiften das Klima in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das soll sich ändern, verspricht die Partei "Neue Gründungsväter Amerikas", die sich durch ein außergewöhnliches Experiment die Stimmen ihrer Wähler erhofft. Eine sogenannte Säuberung soll es den Bürgerinnen und Bürgern möglich machen, einmal im Jahr Verbrechen begehen zu können, ohne Folgen fürchten zu müssen. Das Ziel: Die Kriminalitätsrate soll dadurch auf unter ein Prozent sinken. Zu Testzwecken soll eine Säuberung auf Staten Island stattfinden. Wenn das Konzept aufgeht, wird schon ein Jahr später ganz Amerika teilnehmen können. Doch als die Bewohner sich weigern, einander umzubringen, greifen die Politiker selbst ein und sorgen für eine blutige Nacht. Der neue Teil der erfolgreichen "Purge"-Reihe ist noch politischer als die drei Filme zuvor.

(Regie: Gerard McMurray - Mit Marisa Tomei, Lex Scott Davis, Luna Lauren Velez, Melonie Diaz 97 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "The First Purge"

"How to Party with Mom": Kaum ist die Tochter zum letzten College-Jahr verabschiedet, erfährt Deanna von ihrem Ehemann, dass er die Scheidung will. Die verkitschte Übermutter stürzt in eine Sinnkrise, erkennt aber schnell, wie sehr sie es bereut, selbst nie ihr letztes Studiensemester beendet zu haben. Kurzerhand schreibt sich Deanna noch einmal ein und erlebt, was es heißt, noch ein Mal Studentin zu sein - inklusive Mitbewohnerinnen im Wohnheimzimmer, Haschisch-Brownies auf Partys und einer Affäre mit einem jungen Kommilitonen. Melissa McCarthy ("Spy - Susan Cooper Undercover", "Brautalarm") spielt hier erneut in einem Film ihres Mannes Ben Falcone.

(Regie: Ben Falcone - Mit Melissa McCarthy, Molly Gordon, Maya Rudolph und Matt Walsh - 105 Minuten - frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "How to Party with Mom"

"Die Frau, die vorausgeht": Die reiche Witwe Catherine Weldon reist im Jahr 1890 im Luxuszug von New York nach North Dakota, sie will den Häuptling Sitting Bull malen. Bei den Soldaten und Siedlern im Westen stößt sie auf Misstrauen und Ablehnung, sie sehen die Indianer als Konkurrenten und Feinde, die Niederlage gegen sie am Little Bighorn aus dem Jahr 1876 ist allgegenwärtig. "Die Frau, die vorausgeht" erzählt, wie Weldon der männerdominierten weißen Gesellschaft trotzt und zu einer Kämpferin für die Rechte der Indianer wird. Die Geschichte basiert auf realen Begebenheiten, Weldon hat tatsächlich gelebt und Sitting Bull porträtiert; der Film von Regisseurin Susanna White nimmt sich aber dramaturgische Freiheiten. Die Titelrolle hat Jessica Chastain ("Molly's Game")übernommen, einer ihrer Gegenspieler ist Oscargewinner Sam Rockwell, Michael Greyeyes spielt den legendären

Sitting Bull.

(Regie: Susanna White - Mit Jessica Chastain, Michael Greyeyes, Sam Rockwell, Ciarán Hinds, Chaske Spencer, Bill Camp - 100 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Die Frau, die vorausgeht"

"Liebe bringt alles ins Rollen": Vor einigen Jahren sorgte "Ziemlich beste Freunde" für einen Hype im Kino. Nun startet eine neue französische Komödie, die vom Leben mit Behinderung erzählt. Der eitle Jocelyn (Franck Dubosc) bringt sich in "Liebe bringt alles ins Rollen" in eine verzwickte Lage: Der grauhaarige Unternehmer fährt gerne Porsche, schaut Frauen auf den Hintern und lügt ununterbrochen. Um seine Nachbarin Julie ins Bett zu kriegen, tut er so, als säße er im Rollstuhl. Als er ihre schöne Schwester Florence kennenlernt, wird es kompliziert. Denn Florence (Alexandra Lamy) sitzt wirklich im Rollstuhl.

(Regie: Franck Dubosc - Mit Franck Dubosc, Alexandra Lamy, Elsa Zylberstein, Gérard Darmon - 107 Minuten - ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Liebe bringt alles ins Rollen"

"Zentralflughafen THF": Der Flughafen Tempelhof wurde einst gebaut als eines von Hitlers Prestigeobjekten, später war er ein ziviler Flugplatz, Kürzel THF. 2015 ist ein neues Kapitel hinzugekommen, das der brasilianisch-algerische Regisseur Karim Aïnouz in seinem Dokumentarfilm "Zentralflughafen THF" festhält: Mehr als zwei Jahre lang gab es hier Berlins größte Notunterkunft für Flüchtlinge - eine Parallelwelt. Tempelhof, das hieß: Kaum Privatsphäre, ein Sammelpunkt für Hunderte, manchmal Tausende Menschen aus vielen Nationen. Ein Lager mitten in der Stadt - und doch von der die Stadt kaum bemerkt. Eine Parallelwelt mit Zugangskontrollen wie am echten Airport. Kann man hier in Deutschland ankommen? Es ist Aïnouz' Verdienst, mit der Kamera Antworten auf diese Frage zu suchen.

(Regie: Karim Aïnouz - 101 Minuten - ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Zentralflughafen THF"

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