27.10.2019 - 15:04 Uhr
BärnauDeutschland & Welt

Prokofjew, Debussy, Grieg und Zandt

Leidenschaftlicher Musiker, versierter Lehrer für Trompete und Schlagzeug und ideenreicher Komponist und Arrangeur von Klassik bis Jazz: Ludwig Zandt lässt sich in keine Schublade stecken. Jetzt bekommt der Bärnauer eine Art Ritterschlag.

Von Klassik bis Jazz komponiert uind arrangiert Ludwig Zandt die unterschiedlichsten Stile für verschiedene Ensembles. Jetzt wird eines seiner Werke im Wiener Musikverein erstmals in Österrreich aufgeführt.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Eines seiner Werke wird am Dienstag im Wiener Musikverein gespielt, als österreichische Erstaufführung. Der prachtvolle Bau an der Ringstraße ist eine der Top-Adressen in der Musikwelt, hat in seiner jetzt 150-jährigen Geschichte schon die berühmtesten Orchester und Dirigenten gesehen. Und so spricht Ludwig Zandt denn auch von einem „erhabenen Gefühl, in diesen ehrwürdigen Hallen gespielt zu werden“.

Und vor allem: vor einem fachkundigen Publikum. Auf dem Programm stehen am 29. Oktober im Gläsernen Saal so bekannte Namen wie Sergej Prokofjew, Claude Debussy oder Edvard Grieg. Und eben Ludwig Zandt. Natürlich reist er nach Wien und hört sich an, wie Bernhard Bittermann und Wolfgang Nagl sein Stück spielen. Sie gehören wie auch alle anderen Interpreten des Abends zu „Best of mdw-Artists“, also hochtalentierten Studenten der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, denen eine erfolgreiche Karriere vorausgesagt wird.

Für starke Studenten

„Leicht ist es nicht“, beschreibt der Stiftländer „Trigonum per due“, also drei Sätze für zwei, nämlich Trompete und Schlagzeug. Das unterstreicht auch Chris Braun, Trompetenlehrer am Sinclair-Community-College in Dayton, Ohio (USA). In einer Rezension für eine international erscheinende Trompeter-Fachzeitschrift lobt er die „hervorragende Sammlung von Duetten, die starken Studenten eine Plattform bieten, auf der sie ihre Musikalität, Flexibilität und ihr Verständnis für verschiedene Stile, Metriken und Klangfarben demonstrieren können“. Klassik gepaart mit afrikanischen Einflüssen und Kuhglocken-Rhythmen wecken gespannte Neugierde.

Zandt, der nach Banklehre und vier Jahren Bundeswehr an der Bundesakademie in Trossingen und an der Akademie in Remscheid seine Musikausbildung absolviert hat, war fast vier Jahrzehnte als Trompeten- und Schlagzeuglehrer an der Kreismusikschule Tirschenreuth tätig und komponiert und arrangiert seit Mitte der 90er Jahre für verschiedene Hornensembles in völlig unterschiedlichen Genres. Das Bläserensemble der Nürnberger Philharmoniker hat beispielsweise zwei Stücke des 64-Jährigen im Repertoire. „Ein drittes ist gerade unterwegs“, verrät der Autor, dem seine besten Ideen beim Radfahren kommen.

Eines der bekanntesten aber ist wohl die Feuerwehr-Hymne, eingespielt mit dem Heeresmusikkorps 4, den Regensburger Domspatzen und der Sopranistin Sabine Spencer. Zu Zandts Noten hat den Text Norbert Neugirg von der „Altneihauser Feierwehrkapell’n“ geschrieben. Zu der Truppe gehörte auch zehn Jahre lang Ludwig Zandt, bevor er mit „Blech on the Rocks“ die heimischen Bühnen rockte oder mit „Steel drums“ karibische Lebensfreude musikalisch in das Stiftland holte.

Wer an der Berufsfachschule für Musik in Altötting das Hauptfach Schlagzeug belegt, der muss zur Aufnahmeprüfung auch ein Stück des Bärnauers beherrschen. Als Leiter der Big Band der Kreismusikschule Tirschenreuth und diverser Percussion-Ensembles war der 64-Jährige ebenso gefragt wie als Dirigent der Stadtkapelle „Grenzlandbuam“.

Ein Herz für die Blasmusik

Von Kindesbeinen an gehört sein Herz der Blasmusik. „Mit der bin ich aufgewachsen“, sieht sich Zandt auch in der Pflicht, „die altehrwürdige Polka weiterzuentwickeln“. Mit der „Trommelzwirl-Polka“ zum Beispiel. Oder der „Xaverl-Polka“. Und an der „Bierbauch-Polka“ und dem „Leberkas-Reggae“ haben wohl auch der „Leberkäs-Junkie“ Franz Eberhofer und der Birkenberger-Rudi ihre wahre Freude.

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