01.06.2020 - 12:09 Uhr
BayernDeutschland & Welt

Frau nimmt Rehkitz nach Hause: Muss mit Strafanzeige rechnen

Von der "denkbar schlechtesten Entscheidung, die die Frau treffen konnte", spricht die Polizei. Eine Spaziergängerin hatte im Unterallgäu in Rehkitz mit nach Hause genommen. Sie wollte das Tier vor Hunden schützen.

Ein kleines Rehkitz liegt im hohen Gras.
von Agentur DPAProfil

Türkheim. Ihre Hilfsbereitschaft kommt einer Spaziergängerin im Unterallgäu vermutlich teuer zu stehen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, war die 70-Jährige am Vortag bei Türkheim mit ihren Hunden unterwegs, als sie am Wegesrand ein Rehkitz entdeckte. Weil sie befürchtete, dass andere Hunde dem Kitz gefährlich werden könnten, nahm sie das Jungtier mit nach Hause. „Dies war jedoch die denkbar schlechteste Entscheidung, die die Frau treffen konnte“, teilte die Polizei mit.

Denn das wenige Tage alte Kitz wäre für Hunde kaum zu erschnüffeln und daher gut geschützt gewesen. Das Muttertier wäre vermutlich sofort zurückgekehrt, wenn sich die Spaziergängerin entfernt hätte. Da die Frau das Kitz jedoch mit nach Hause nahm, musste mit Hilfe des Jagdpächters schnell eine Auffangstation für das nun verwaiste Tier gefunden werden. Denn es in den Wald zurückzubringen, war keine Alternative, da das Kitz inzwischen Menschengeruch angenommen hatte und von seiner Mutter nicht mehr als das eigene erkannt worden wäre. Ohne menschliches Zutun hätte das Kitz seine Mutter gar nicht verloren, betonte die Polizei. Die vermeintliche Tierhelferin muss nun auch noch mit einer Strafanzeige wegen Jagdwilderei rechnen.

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