08.01.2020 - 13:39 Uhr
BayernDeutschland & Welt

Junger Mann wegen 642 zerkratzter Autos vor Gericht

Ein 26-Jähriger steht in Schweinfurt vor Gericht. Der Vorwurf: Er soll Anfang 2018 mehrere hundert Autos mit einer Schraube zerkratzt haben. Der Schaden ist sechsstellig.

Das Landgericht Schweinfurt beschäftigt sich mit einem besonderen Fall - einem "Lackkratzer" in hunderten Fällen.
von Agentur DPAProfil

Weil er 642 Fahrzeuge zerkratzt haben soll, steht ein 26-jähriger Mann in Schweinfurt vor Gericht. Der Gesamtschaden belaufe sich auf rund 930 000 Euro, sagte ein Sprecher des Landgerichts zum Prozessauftakt am Mittwoch. Dem Mann wird vorgeworfen, von Februar bis April 2018 mit einem spitzen Gegenstand Autos in Schweinfurt, Würzburg und Veitshöchheim zerkratzt zu haben.

Die Suche nach dem Täter hielt Polizisten aus Unterfranken wochenlang auf Trab. Sogar eine Sonderkommission namens „Lackkratzer“ wurde für die Fahndung gebildet. Im April 2018 konnte der Angeklagte festgenommen werden, nachdem eine Anwohnerin am frühen Morgen Kratzgeräusche gehört hatte. Beamte fanden bei dem Angeklagten eine Schraube, mit der er die Fahrzeuge beschädigt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann zunächst die Beschädigung von 1700 Fahrzeugen mit einem Gesamtwert von mehr als 2,3 Millionen Euro zur Last gelegt. Das Gericht wies diese Anklage wegen geringer Aussicht auf einen vollständigen Tatnachweis zurück. Dem Angeklagten muss nun jeder einzelne der mehr als 600 Fälle nachgewiesen werden. Das Gericht hat insgesamt 24 Verhandlungstage angesetzt.

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