12.07.2019 - 15:21 Uhr
Deutschland & Welt

Berlin wird bis 2050 so warm wie das australische Canberra

Berlin so heiß wie Canberra, Madrid so heiß wie Marrakesch? Das sagen Forscher bis 2050 voraus - und dabei nutzen sie ein Rechenmodell, das von einer vergleichsweise moderaten Klimaentwicklung ausgeht.

Bei Temperaturen um 30 Grad und extremer Trockenheit bewässert ein Wasserwerfer der Polizei die Grünanlagen vor dem Bundeskanzleramt.

Zürich (dpa) - In etwa 30 Jahren könnten in Berlin Temperaturen herrschen wie im australischen Canberra. Auch in Hamburg, Köln und München werde das Thermometer bis 2050 stark nach oben klettern, berechnete ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.

Um die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels zu verdeutlichen, verglichen die Forscher um Jean-Francois Bastin die Vorhersagen für 520 Städte weltweit mit aktuellen Temperaturen auf anderen Teilen der Erde. Für 77 Prozent der Städte ergebe sich demnach ein drastischer Unterschied zu heute, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „PLOS ONE“.

Das Klima in Berlin werde sich an das von Australiens Hauptstadt annähern. Hamburg und Köln erwärmen sich demnach bis zum Jahr 2050 auf ein Level, das mit dem des Kleinstaats San Marino vergleichbar sei, der in Mittelitalien liegt. München werde Temperaturen erleben wie aktuell das etwa 350 Kilometer südlich davon gelegene Mailand.

Auch für andere europäische Städte trafen die Forscher Vorhersagen: In etwa dreißig Jahren werde das Klima von Stockholm dem von Budapest heute ähneln. In London würden die Temperaturen so hoch klettern wie derzeit in Barcelona, in Madrid so hoch wie heute in Marrakesch.

22 Prozent der Städte würden außerdem Klimabedingungen erleben, wie sie zurzeit in keiner Großstadt existieren. Die Forscher hatten das Klimaszenario RCP4,5 genutzt, das von einer vergleichsweise moderaten Klimaentwicklung ausgeht.

Schlange stehen in Shorts und Badelatschen: In könnte es bis 2050 so heiß werden wie in Australien.
Die Auswirkungen des weltweiten Klimawandels sind schon jetzt in Berlin zu spüren: wenig Regen, Rekordtemperaturen und Waldbrände. Monika Skolimowska
Erfrischung im Brunnen: Für 77 Prozent der Städte könnte sich bis 2050 ein drastischer Temperaturunterschied zu heute ergeben.
Abkühlen im Brunnen: Berlin wird bis 2050 so warm wie das australische Canberra.

Studie "PLOS ONE" (Englisch), Daten der Städte unter "S2 Table"

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Kommentare

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Peter Steinbock

Immer wieder nehme ich Aussagen von Persönlichkeiten wie des Deutschen Bundespräsidenten wahr, welch hohes Gut Meinungsfreiheit in Deutschland ist und daß wir sie bewahren müssen. Dem stimme ich voll und ganz zu. Wenn ich als promovierter und praktizierter Anlagenfahrer und Energiewirtschaftler insbesondere die Meinungsfreiheit bei der kritischen Untersuchung von Klimawandel und Energiewende nutzen möchte, so erfahre ich oft ein abruptes Ende der Meinungsfreiheit. Das ist kein Ende der Diskussion infolge Aufklärung durch vorgelegte naturwissenschaftliche und jederzeit nachprüfbare Beweise. Sondern das ist wie ein Ende wegen Verstoß gegen eine dominante Religion. Das verstehe ich nicht.

15.07.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Die "größte Bedrohung für Sicherheit und Wohlstand" ist nicht der Klimawandel, sondern das explosionsartige Bevölkerungswachstum - zumal, wenn der Klimawandel menschengemacht sein soll. Im Bewusstsein der Menschen wird allerdings nur dasjenige verankert, was die Medien ihnen anbieten. Insofern ist jede derartige Befragung eine "self fulfilling Prophecy"!

15.07.2019
Alexander Unger

Aus gegebenem Anlass:

Kommentare, die unbelegte Aussagen enthalten und/oder geeignet sind, Hass und Hetze gegen Bevölkerungsgruppen zu schüren, werden gelöscht. Nutzer, die solche Aussagen wiederholt verbreiten,  können jederzeit gesperrt werden. 

 

 

15.07.2019
Alexander Unger

Nun, Humor, auch schwarzer Humor versendet sich. Nicht jeder versteht Ironie, sagt auch Sprachforscher Nicola Spotorno vom CNRS-Institut in Paris. „Die Ironie offenbart, dass linguistische Regeln nicht ausreichen, eine Äußerung zu verstehen“, sagt Spotorno. Man muss die Semantik des Satzes erfassen. 

Ob man dem Thema Klimawandel, das laut einer weltweiten Umfrage des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center mit Sitz in Washington für zwei Drittel der Befragten (67 Prozent)  als größte Bedrohung für die Sicherheit und den Wohlstand ihres eigenen Landes gilt und über das laut DeutschlandTrend für das ARD-Morgenmagazin 86 Prozent der Befragten sagen der Mensch beeinflusst den Klimawandel, mit Schwarzem Humor begegnen sollte, muss natürlich jeder für sich entscheiden.

 

 

 

 

15.07.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Zum "Klimawandel" gibt es vermutlich mehr "Rechenmodelle" als Klimaforscher. Das ganze Thema hat mittlerweile religiösen Charakter angenommen. Und, über Religion zu streiten ist bekanntlich sinnlos. Dem kann man nur noch mit schwarzem Humor begegnen. - Nur so ist meine flapsige Bemerkung aufzufassen!

Die Erklärungen des MPI bleiben davon unberührt. Als langjähriger Mitarbeiter an einem DFG-Projekt weiß ich deren Ausführungen sehr zu schätzen.

15.07.2019
Alexander Unger

In diesem Bericht geht es nicht um eine Wettervorhersage für einen bestimmten Tag oder einen kurzen Zeitraum an einem bestimmten Ort. Hier geht es vielmehr darum, wie sich das Klima in Berlin  entwickeln kann. Basis für die Berechnung ist ein Rechenmodell, das von einer vergleichsweise moderaten Klimaentwicklung ausgeht.

Den Unterschied zwischen Klima und Wetter hat das Max-Planck-Institut für Meteorologie gut erklärt.

15.07.2019
Dr. Jürgen Spielhofen

Meteorologische Prognosen für dreißig Jahre im voraus, wenn schon drei Tage im voraus Probleme bereiten? - Zutreffen dürfte nur die Prognose, dass die vorgenannten Prognosen viel Geld kosten werden! Und das ist wohl auch Zweck der Übung: dem Steuerzahler in die Tasche zu greifen!

13.07.2019
Peter Steinbock

Niveauloser gehts kaum noch. Behauptungen über Behauptungen. Schlußfolgerungen keine, z. B. daß man auf die CO2-Steuer ganz verzichten sollte, da ihr in den Betrachtungen ohnehin keine Wirkung zugestanden wird. Und nie auch nur ein Versuch, die Beweisfälle aus der Experimentalphysik und die konträren Aussagen von gestandenen Meteorologen heranzuziehen. Daß die Erde dank ihrer Pflanzen und Weltmeere eine Art inhärente Klimastabilisierung zu besitzen scheint, interessiert die Forscher nicht, nur Alarme scheinen zu zählen.

13.07.2019