13.05.2018 - 22:06 Uhr
Deutschland & Welt

Bayerische Landtagswahl CSU attackiert AfD als braunen Schmutz

"Feinde Bayerns": Klar wie nie grenzt sich die CSU von der AfD ab. Ob das reicht, um die absolute Mehrheit im Landtag zu verteidigen?

von Agentur DPAProfil

München. Fünf Monate vor der Landtagswahl eröffnet die CSU mit scharfen Attacken den Kampf gegen die AfD und beansprucht zugleich das Alleinvertretungsrecht für das bürgerliche Lager. "Die AfD ist ein Feind von allem, für das Bayern steht", heißt es in einem neuen Strategiepapier. Und: "Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren!" Ministerpräsident Markus Söder betonte bei einer Klausur des Parteivorstands am Samstag, die CSU wolle "zeigen, dass die AfD unbayerisch ist, dass sie mit Bayern überhaupt nichts zu tun hat". Parteichef Horst Seehofer sagte zur AfD: "Dort, wo sie Irrwitziges vertritt, und das ist nicht wenig, werden wir sie stellen."

AfD-Chef Jörg Meuthen konterte umgehend, die AfD sei klar konservativ, bürgerlich-freiheitlich und patriotisch. "Die Verzweiflung in der CSU muss sehr groß sein, wenn sie das als unbayerisch bezeichnet", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Das erstaune angesichts der "desolaten Verfassung" der CSU aber nicht mehr. "Die CSU ist inzwischen im Antifa-Jargon angelangt", sagte Meuthen. Die Quittung dafür gebe es bei der Wahl im Oktober.

"Wir sind entschlossen, die AfD als zutiefst unbayerisch zu bekämpfen", heißt es in dem Strategiepapier, das Generalsekretär Markus Blume auf der Klausur vorlegte. Die AfD, das seien "Feinde Bayerns", die man "stellen" wolle. "Wir werden einen harten Kampfkurs gegen die AfD fahren. ... Wer das Andenken von Franz Josef Strauß politisch vergewaltigt; wer Staatsmänner und gewählte Abgeordnete mit Schmutzkampagnen und Verleumdungen überzieht; wer Hass sät und Gesellschaft spaltet; dem sagen wir: Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren!" Man dulde "keinerlei Grenzüberschreitungen mehr". Blume versprach, man werde "nicht den politischen Nahkampf scheuen". Zugleich will die CSU "allen bürgerlichen Stimmen im Land eine politische Heimat geben".

Seehofer betonte, man wolle Wähler, die der CSU in Richtung AfD den Rücken gekehrt hätten, zurückgewinnen. "Aber unser Wählerspektrum ist wesentlich breiter: Es ist die bürgerliche Mitte, und um die werben wir." Söder erklärte, es sei besser, "eine klare bürgerliche Politik zu bündeln". Er warnte dabei vor einer Zersplitterung der Parteienlandschaft wie in anderen Bundesländern: "Wir wollen Stabilität, und Stabilität heißt eben gerade: keine AfD", sagte er. Kommentar, Seite 5

Umfrage

Fünf Monate vor der Landtagswahl ist die CSU einer Umfrage zufolge weit von einer absoluten Mehrheit entfernt. Nach der repräsentativen Umfrage des Meinungforschunginstituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" (Montag) käme die CSU derzeit auf 42,1 Prozent der Wählerstimmen. Die SPD läge bei 13,7 Prozent, die Grünen bei 13,5 und die AfD bei 12 Prozent. Die FDP könnte mit 5,1 Prozent knapp in den Landtag einziehen, die Freien Wähler mit 6,6 Prozent. (dpa)

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