22.02.2021 - 14:31 Uhr
Deutschland & Welt

Dax bleibt unter Druck

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
von Agentur DPAProfil

Frankfurt/Main (dpa) - Die Situation für den Dax hat sich am Dienstag weiter eingetrübt. Der Leitindex rutschte nach stabilem Start bis zum Mittag immer kräftiger ins Minus ab, zeitweise hatte er mehr als zwei Prozent verloren.

Mit 13.664 Punkten erreichte er ein Tief seit drei Wochen, dann aber raffte sich der Leitindex wieder auf. Am Nachmittag büßte er noch 1,08 Prozent auf 13.799,30 Punkte ein.

„Die Unsicherheit in dieser Woche resultiert daraus, dass eine ungefähr ein Jahr andauernde wirtschaftliche Erholung in den Kursen schon eingepreist ist und nun die weiteren Kurstreiber fehlen“, sagte Marktbeobachter Pierre Veyret vom Broker ActivTrades. Zuletzt wurde schon die Sorge vor einer steigenden Inflation und höheren Zinsen vermehrt als Gefahr für Aktien angesehen, nun kommen Marktbeobachtern zufolge hohen Bewertungen hinzu. Diese seien eine schwere Last vor allem für gut gelaufene Aktien.

Da die bisherigen Highflyer in der Corona-Krise in der zweiten Börsenreihe noch stärker vertreten sind als im Dax, sackte der MDax der mittelgroßen Unternehmen zuletzt deutlicher um 1,79 Prozent auf 31.449,67 Punkte ab. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,6 Prozent abwärts.

Der Ausverkauf unter den gut gelaufenen Werten schwappte aus New York über, wo die an der Nasdaq-Börse versammelten Technologiewerte am Vorabend im Gesamtbild schwer unter Druck geraten waren. Die Verluste wurden bei den hiesigen Vertretern zwar im Verlauf meist etwas kleiner, im Dax fielen die Aktien von Delivery Hero und Infineon zuletzt aber immer noch um 2,5 respektive 3,2 Prozent.

Im MDax und SDax blieben die Aktien der Shop Apotheke oder von Firmen wie Hellofresh, Zalando oder Home24 mit Abgaben zwischen 4,8 und 10,5 Prozentunter Verkaufsdruck.

Wie schon am Vortag fiel in der Marktschwäche vor allem der Reisesektor mit einer Erholung auf. Am Markt wurde dies mit der Aussicht auf Lockerungen in Großbritannien und besser werdenden Impfperspektiven begründet. Laut Marktbeobachter Neil Wilson von Markets.com macht all dies Hoffnung für die wichtige Sommersaison. Die Papiere von Fraport kletterten an der MDax-Spitze um 8,9 Prozent. Bei der Lufthansa reichte es für einen Anstieg um 3,4 Prozent.

Die Aktien des Krankenhaus- und Medizintechnikunternehmens Fresenius und der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) entwickelten sich nach finalen Jahreszahlen eher unauffällig. Die Aktien des Mutterkonzerns bewegten sich mit 0,4 Prozent im Plus, jene von FMC dagegen mit 0,1 Prozent im Minus.

Der Euro verlor etwas den Rückenwind. Am Morgen knüpfte er noch mit 1,2180 Dollar in der Spitze an seine Vortagesgewinne an, zuletzt fiel er dann aber auf 1,2147 US-Dollar zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,2133 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,36 Prozent am Vortag auf minus 0,35 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 144,82 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,25 Prozent auf 174,14 Punkte nach.

© dpa-infocom, dpa:210222-99-540459/11

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