10.07.2020 - 20:57 Uhr
Deutschland & Welt

Dax nähert sich seinem Hoch seit dem Corona-Ausbruch

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
von Agentur DPAProfil

Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt ist es dank ermutigender Anzeichen für die anlaufende Berichtssaison weiter nach oben gegangen.

Am Nachmittag stieg der Leitindex Dax um 1,02 Prozent auf 12.762,67 Punkte. Er näherte sich damit wieder ein Stück weit seiner bisherigen Bestmarke nach dem Corona-Ausbruch, die er Anfang Juni bei 12.913 Punkten gesetzt hatte.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte legte 0,81 Prozent auf 26.889,38 Punkte zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,3 Prozent nach oben. In New York zeichnete sich für den Dow Jones Industrial ein 0,8 Prozent höherer Wochenstart ab.

International blicken Investoren derzeit wieder optimistischer auf die anlaufende Berichtssaison. Erste Eckdaten, wie sie in den vergangenen Tagen unter anderem von BASF veröffentlicht wurden, nähren derzeit die Hoffnung, dass sich die Corona-Krise im zweiten Quartal nicht so stark auf die Ergebnisse ausgewirkt haben könnte wie zunächst von Experten befürchtet.

Die Börsen übergehen damit die sich wieder verschärfende Virussituation in den USA - laut Analyst David Madden von CMC Markets auch wegen neuer Hoffnungsschimmer in puncto medizinische Gegenmittel. Am Freitag bereits hieß es vom Hersteller Gilead, das Medikament Remdesivir könne das Sterberisiko durch die Lungenkrankheit Covid-19 deutlich vermindern. Auch für einen Impfstoff steige derzeit der Optimismus, hieß es.

Im MDax gab es nun von Evonik mildere Töne für das zweite Quartal. In der „Rheinischen Post“ sendete Unternehmenschef Christian Kullmann ein starkes Signal dafür, dass die Krise den Spezialchemiekonzern nicht so hart getroffen hat wie befürchtet - dank des Geschäfts mit Zusatzstoffen für Tierfutter oder Hygieneartikel. Die Papiere rückten um 3,4 Prozent vor.

Allgemein gefragt waren die Papiere von Stahlkonzernen, darunter Salzgitter als SDax-Spitzenreiter mit einem Kurssprung um 7,4 Prozent, während Thyssenkrupp im MDax um 6,7 Prozent anzogen. Händlern zufolge verhalfen hier anziehende Preise am Weltmarkt für Eisenerz nach oben, weil diese ein ermutigendes Zeichen für die Stahlnachfrage seien.

Nach einer Kurshalbierung im bisherigen Jahresverlauf begaben sich die 8,5 Prozent höheren Aktien von K+S als MDax-Spitzenreiter auf eine Erholungsrally. Am Markt thematisiert wurde ein Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Wochenende, wonach sich zuletzt auch der Finanzinvestor Cerberus mit dem zum Verkauf stehenden amerikanischen Salzgeschäft beschäftigt haben soll.

Der Rekordlauf beim MDax-Mitglied Hellofresh wurde derweil beendet von einer Abstufung durch den JPMorgan-Experten Marcus Diebel, der nach beeindruckender Kursentwicklung das Profil von Chancen und Risiken auf der Kippe sieht. Die Papiere sackten um 5,8 Prozent ab.

Im Dax gehörten derweil die Papiere der Deutschen Bank mit 0,7 Prozent zu den Verlierern, hier agierten die Anleger vor den anstehenden Quartalsberichten vorsichtiger, hieß es. Weitere Verlierer waren mit Eon, RWE, FMC, Deutsche Wohnen und Vonovia den defensiven Werten zuzurechnen, die an guten Börsentagen bei Anlegern oft nicht hoch im Kurs stehen.

Kursgewinne gab es im Leitindex unter anderem bei Wirecard. Mit einem Anstieg um 2,8 Prozent blieben die Papiere des insolventen Zahlungsabwicklers laut Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect Bank „ein Spielball der Spekulanten“.

Der Euro legte leicht zu. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,1331 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,1276 Dollar festgesetzt.

Am deutschen Anleihemarkt fiel der Rentenindex Rex um 0,09 Prozent auf 145,23 Punkte. Die Umlaufrendite stieg im Gegenzug von minus 0,51 Prozent am Freitag auf minus 0,48 Prozent. Der Bund-Future gab um 0,31 Prozent auf 175,86 Punkte nach.

© dpa-infocom, dpa:200710-99-741627/11

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