25.06.2020 - 15:48 Uhr
Deutschland & Welt

Dax tut sich schwer - Wirecard, Lufthansa und Bayer im Fokus

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
von Agentur DPAProfil

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist angesichts der bestehenden Gefahren durch mögliche US-Strafzölle und einer neuen Corona-Welle kaum vorangekommen.

Der deutsche Leitindex gab am Nachmittag seine Gewinne wieder vollständig ab und notierte mit minus 0,10 Prozent auf 12.081,82 Punkten. In der Spitze war der Dax zuvor über 12.200 Punkte gestiegen.

Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte legte um 0,74 Prozent auf 25.711,59 Punkte zu. Hier beeinflussten auch die hohen Kursgewinne der Lufthansa. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,2 Prozent.

Wirecard stellte Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die Papiere des im Bilanzskandal feststeckenden Zahlungsabwicklers sackten bis auf 2,50 Euro ab und verloren damit seit dem Eingeständnis mutmaßlicher Luftbuchungen in Milliardenhöhe fast 98 Prozent. Am Nachmittag belief sich das Tagesminus auf 72 Prozent bei einem Kurs von 3,45 Euro.

Bei der Lufthansa läuft die außerordentliche Hauptversammlung, auf der die Aktionäre darüber entscheiden, ob sie den Staat als Anteilseigner einsteigen lassen wollen. Damit verbunden ist das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket, das in den Wochen zuvor zwischen Frankfurt, Berlin und Brüssel ausgehandelt worden ist. Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben es inzwischen genehmigt.

Auch Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele, der sich zuvor lange gegen den Einstieg des Staates zu den Bedingungen stark gemacht hatte, signalisierte mittlerweile Zustimmung. Anleger waren erleichtert. Lufthansa-Papiere gewannen mehr als zehn Prozent.

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer gab am Vorabend milliardenschwere Vergleiche zu den rechtlichen Problemen in den USA bekannt. Dabei geht es vor allem um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat. Bei Analysten kamen die Nachrichten gut an. Die Bayer-Titel standen am Nachmittag aber zweieinhalb Prozent tiefer. Anleger nutzten gute Nachrichten zum Verkauf nach dem Kurszuwachs der zurückliegenden Wochen.

Der Euro gab etwas nach. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1205 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1280 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,43 Prozent am Vortag auf minus 0,47 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,16 Prozent auf 145,14 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,31 Prozent auf 176,64 Punkte.

© dpa-infocom, dpa:200625-99-557729/5

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