Erneut falsche Todesmeldung: US-Krankenschwester am Leben und nach wie vor in Klinik tätig

Erneut kursiert in sozialen Medien die Meldung vom vermeintlichen Tod der US-Krankenschwester Tiffany Dover nach ihrer Corona-Impfung im Dezember. Aber: Tiffany Dover lebt.

Erneut kursiert in sozialen Medien die Meldung vom vermeintlichen Tod der US-Krankenschwester Tiffany Dover nach ihrer Corona-Impfung.
von Agentur DPAProfil

"Die Krankenschwester die sich Live im Tv impfen ließ und danach in Ohnmacht ,später dann ins Koma fiel ist Tot . Dies bestätigte die Familie und widmete ihr dieses Video" (sic!), heißt es in einem Facebook-Beitrag. In dem angefügten Video sind in schwarz-weiß Fotos und Videos einer dunkelhaarigen Frau, die offenbar Tiffany Dover sein soll, und ihrer Familie zu sehen (Video archiviert).

BEWERTUNG:

Die Krankenschwester Tiffany Dover lebt und wurde Mitte Januar noch in einer Lokalzeitung gezeigt. Das bestätigte ihr Arbeitgeber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

FAKTEN:

Die leitende Krankenschwester Tiffany Dover gehörte zu den ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des CHI-Memorial-Krankenhaus in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee, die am 17. Dezember 2020 gegen Covid-19 geimpft wurden. Ihre Impfung und ein Statement von ihr übertrug ein lokaler Fernsehsender live.

Da in dem Beitrag auch zu sehen war, wie Dover nach der Impfung kurz ohnmächtig wurde, verbreitete sich das Video als vermeintlicher Beleg dafür, dass die Corona-Impfung gefährlich sein soll. Dies ging so weit, dass Falschinformationen über den vermeintlichen Tod der Krankenschwester verbreitet wurden. Das Faktencheck-Team der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat sie bereits im Dezember widerlegt.

Tiffany Dover geht es gut

Auch mehr als einen Monat danach geht es Tiffany Dover weiterhin gut. Auf dpa-Anfrage bestätige das CHI-Memorial-Krankenhaus, dass sie dort nach wie vor als leitende Krankenschwester arbeitet. Ebenfalls bestätigte die Klinik, dass Dover kürzlich in einer Regionalzeitung zu sehen war. In dem Bericht wurde sie zusammen mit einem örtlichen Polizeichef gezeigt, der nach 100 Tagen Genesung von Covid-19 das Krankenhaus verlassen durfte. Darüber und über anhaltende Belästigungen Dovers durch militante Impfgegner hatte zuvor das US-Portal "Daily Beast" berichtet.

Darüber hinaus sprechen logische Details des vermeintlichen Erinnerungsvideos dagegen, dass es Dovers Familie erstellt haben soll, wie es auf Facebook heißt. So sind die eingeblendeten Wörter und Sätze auf Portugiesisch - Dovers Familie ist jedoch aus den USA. Die verwendeten Bilder und Videos stammen von ihrem Facebook-Account - jeder hätte sie also herunterladen können. Die dpa verlinkt an dieser Stelle nicht auf diese Medien, da Tiffany Dover und ihre Familie nach wie vor in sozialen Medien bedrängt werden.

Artikel über anhaltende Belästigung auf Dovers Social Media Profilen

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