Faktencheck zu Langzeitfolgen und Nebenwirkungen bei Corona-Impfungen

Joshua Kimmich hat eine Debatte angestoßen. Der noch ungeimpfte Fußballprofi wolle wegen Bedenken zu fehlenden Langzeitstudien noch warten. Fachleute erklären den Unterschied zwischen Langzeitfolgen und Nebenwirkungen.

Die von Bayern-Profi Joshua Kimmich ausgelösten Debatten über eine Corona-Impfung beschäftigen nicht nur die Fußballwelt.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Die von Bayern-Profi Joshua Kimmich ausgelösten Debatten über eine Corona-Impfung beschäftigen nicht nur die Fußballwelt. Kimmich hatte seine Entscheidung, noch nicht geimpft zu sein, unter anderem mit "Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht", begründet. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden aber Langzeitfolgen und Nebenwirkungen miteinander verwechselt - oder nicht genau genug auseinandergehalten.

40.000 Personen in der Testgruppe

Molekularbiologe Martin Moder klärt im Faktencheck der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wie es mit möglichen Langzeitfolgen der Corona-Impfung aussieht und was man unter Langzeitfolgen eigentlich versteht. Darin erklärt Moder. "Viele verstehen darunter, dass ich heute eine Impfung bekomme und dann Monate oder Jahre später irgendwelche Probleme." Das sei aber nicht das, was man darunter versteht. Was man aus der Geschichte der Impfungen gelernt habe, sei, dass sich Probleme in der Regel "innerhalb der ersten zwei Monate zeigen". Deswegen seien die Corona-Impfstoffe auch so lange getestet worden, weil sich gezeigt habe, dass wenn "innerhalb dieser zwei Monate keine Probleme auftreten, die Wahrscheinlichkeit, dass danach noch welche dazu kommen, wahnsinnig gering ist."

Bei vorangegangenen Impfungen aufgetretene Problem haben nichts mit dem Zeitraum von zwei Monaten zu tun, sondern mit der kleinen Gruppe Geimpfter in diesem zwei Monaten. Bei den Coronaimpfungen gab es bis zu 40.000 Personen in der Testgruppe. Damit sei man "außergewöhnlich gut aufgestellt".

Corona-Faktencheck mit Martin Moder

Aus biologischen Gründen keine „Spätnebenwirkungen“

Petra Falb, Gutachterin in der Zulassung für Impfstoffe beim öster­reichischen Bundesamt für Sicherheit im Gesundheits­wesen, schreibt in ihrem Blog: "Bei einem Impfstoff gebe es schon aus biologischen Gründen keine „Spätnebenwirkungen“, die fünf Jahre nach der Impfung plötzlich auftreten. Es werden keine neuen Metaboliten im Körper erzeugt, es reichert sich nichts an." Nebenwirkungen zeigten sich binnen weniger Stunden bis ein bis zwei Tage nach der Impfung. Um sehr seltene Nebenwirkungen überhaupt erkennen zu können, müsse eine ausreichende Menge an Personen geimpft sein, "damit diese Nebenwirkung überhaupt erstmals auftritt und dann dem Impfstoff zugeordnet werden kann".

Kommentar zu Kimmichs Impf-Aussagen

München

Infos zum Thema Nebenwirkungen bei Petra Falb

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