FFP2 statt Stoffmaske - Was ist der Unterschied?

In bayerischen Bussen, U- und S-Bahnen sowie Geschäften dürfen sich die Menschen ab Montag, 18. Januar 2021 nur noch mit FFP2-Masken aufhalten. Dies bringt einige Neuerungen mit sich.

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel.
von Agentur DPAProfil

Bayern verschärft noch einmal die Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Vom kommenden Montag an müssen Kunden in den Geschäften sowie die Nutzer von Bahnen und Bussen FFP2-Masken tragen. Antworten auf einige der zentralen Fragen:

Was sind überhaupt FFP2-Masken?

Dabei handelt es sich um sogenannte partikelfiltrierende Gesichtsmasken. Die Bezeichnung FFP stammt aus dem Englischen (Filtering Face Piece). Diese Masken werden in drei Kategorien eingeteilt - 1 bis 3. Ursprünglich sind sie insbesondere aus dem Handwerk bekannt. Die Arbeiter schützen sich damit dagegen, Staub oder andere giftige Stoffe einzuatmen. Die unterschiedliche Bezeichnung geht darauf zurück, wie viele Aerosole die Masken filtern können. "FFP2-Masken müssen mindestens 94 Prozent und FFP3-Masken mindestens 99 Prozent der Testaerosole filtern", erläutert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Warum sind FFP2-Masken besser als die sogenannten Alltagsmasken?

Der Unterschied liegt insbesondere darin, ob sie eher die anderen oder auch die Maskenträger selbst schützen. Bei korrekt sitzenden FFP2-Masken würden beide Seiten vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen geschützt, erklärt das Institut. Wie die Gesellschaft für Aerosolforschung erläutert, halten einfache Mund-Nasen-Bedeckungen kleinere Partikel nicht so gut ab. Daher seien sie für den Selbstschutz nicht geeignet.

Bei der Mund-Nase-Bedeckung, für die es keine Norm gibt, gibt es auch keine wissenschaftlich nachgewiesene Schutzfunktion. Dennoch gehen Experten davon aus, dass auch einfache Masken einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten. "International gibt es zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, die die gewonnenen Erfahrungen über die Wirksamkeit der Mund-Nasen-Bedeckungen im Sinne eines allgemeinen Bevölkerungsschutzes bestätigen", betont das Bundesinstitut.

Außerdem gibt es noch FFP2-Masken mit einem Ventil. Diese filtern nicht die ausgeatmete Luft so gut: Der Schutz für andere ist gering. Diese Masken widersprächen somit "dem Solidaritätskonzept, dass Mitmenschen durch kollektives Maskentragen geschützt werden", betont die Forschungsgesellschaft

Sind FFP2-Masken nicht sehr teuer?

Durch die größere Nachfrage sind die FFP2-Masken günstiger geworden. Sie werden in Drogerien, Apotheken und auch im Online-Handel verkauft. Dort kann man einen Pack mit zehn Stück ab etwa zehn Euro erwerben. Seit Dezember erhalten Menschen über 60 Jahren, Schwangere oder chronisch Kranke FFP2-Masken in der Apotheke. Die gesetzlichen Krankenkassen verschicken derzeit nochmals Gutscheine. Versicherte bekommen einen Sechserpack und müssen nur zwei Euro zuzahlen.

Experten raten, zunächst einmal nur eine Packung FFP2-Masken auszuprobieren. Im Unterschied zu einfachen Stoffmasken liegen diese wesentlich fester an. Manchmal werden sie als unangenehm empfunden.

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Wie lange dürfen FFP2-Masken getragen werden?

Während die Mund-Nase-Bedeckungen aus Stoff gewaschen und wiederverwendet werden können, sind FFP2-Masken Einmalprodukte. Der Tüv Nord weist darauf hin, dass das Schutzniveau sinkt, wenn sie gewaschen werden. Diese Masken könnten einen Tag lang getragen werden - dann sollten sie in den Müll.

Zudem rät der Tüv, bei den Masken auf Prüfnorm (DIN EN 149:2009-08), CE-Kennzeichen sowie eine vierstellige Nummer zu achten, die Rückschlüsse auf das Prüf-Institut zulasse. Dies gelte auch für die sogenannten KN95-Masken, die oft an Stelle von FFP2-Masken verkauft werden. Der Tüv warnt außerdem vor Billigprodukten aus dem Internet.

Ist das Ansteckungsrisiko im Nahverkehr und im Einzelhandel besonders hoch?

Nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) ist es nicht gesichert, dass sich sehr viele Menschen in Geschäften oder Bussen und Bahnen anstecken. Nach dem RKI-Lagebericht der vergangenen Woche sind eher private Wohnungen, Altenheime oder Krankenhäuser die Orte, wo sich viele Menschen infizieren - zumindest was die Fälle angeht, in denen die Infektionsquelle zugeordnet werden kann.

"Clustersituationen in anonymen Menschengruppen" wie in öffentlichen Verkehrsmitteln seien viel schwerer für das Gesundheitsamt erfassbar, betont das RKI. "Die vorliegenden Daten können demnach nur einen kleinen Ausschnitt der tatsächlichen Übertragungen abbilden." Insgesamt handele es sich bei den Ansteckungen in den meisten Regionen um «ein diffuses Geschehen".

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Kommentare

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Wayne Interessierts

Die Idee von Herrn Söder das alle nun einen FFP2 Maske tragen sollen finde ich nicht verkehrt. Jedoch ärgere ich mich über diese schlampig ausgearbeitete Planung sowie die Aufklärung der Bevölkerung wann und wie hilfsbedürftige Menschen ihre Gratismasken bekommen sollen.

Um das nicht falsch zu verstehen. Von Donnerstag bis Samstag versuchte ich in München bei mehreren Drogeriemärkten wenigstens eine einzige FFP2 Maske zu kaufen. Leider waren diese Drogeriemärkte alle immer ausverkauft gewesen. Eine Apotheke wollte von mir fast 6€ für eine Einwegmaske haben.

Wo sind diese FFP2-Masken für Hilfsbedürftige von dem Herr Söder bisher immer sprach? Nirgends in den Medien auch nur eine Info darüber. Ganz großes Kino! Also rief ich am Freitagnachmittag zuerst bei der Hotline vom Jobcenter an um mich über die Gratismasken zu informieren. Mir wurde mitgeteilt das ich mich an das münchner Bürgerbüro melden solle. Die wiederum leiteten meinen Anruf zum Referat für Gesundheit und Umwelt in München weiter. Auch der freundliche Mann vom Referat für Gesundheit und Umwelt konnte mir am Telefon nicht weiterhelfen. Die einzige Info die man mir am Telefon letztendlich geben konnte war, das mich der Geschäftsführer bzw. Filialleiter aus dem Geschäft verweisen könnte wenn ich ab morgen keine FFP2 Maske habe. Gute Arbeit Herr Söder!

17.01.2021