Meinung: Höhere Rundfunkgebühren bedeuten höhere Erwartungen

Der Rundfunkbeitrags steigt um 86 Cent. Das geht in Ordnung, meint Frank Werner. Aber die Gegenleistung muss stimmen.

Karlsruher Beirat.
von Frank Werner Kontakt Profil
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Das Veto der CDU in Sachsen-Anhalt gegen die Erhöhung der Rundfunkgebühren war nicht mehr als ein Nebenkriegsschauplatz. Angetrieben von der AfD geht es in der Auseinandersetzung um mehr als 86 Cent. Es geht um ein tiefes Misstrauen von Teilen der Öffentlichkeit gegen "Die Medien", allen voran ARD und ZDF. Die Pandemie hat die Vorurteile gegen einen "Staatsfunk" weiter befeuert.

"Tagesschau", "heute" und Co. sind alles andere als eine "Meinungsfront". Sie stehen für nüchterne Information, nicht für Stimmungsmache. In qualitativ hochwertigen Journalismus Geld zu investieren, ist wichtiger denn je. Ein Gegenstück zu Filterblasen und Fake News gehört zum Auftrag der Gesellschaft, allen voran der öffentlich-rechtlichen Sender. Den Verführern im Netz muss der Stecker gezogen werden.

Gleichwohl ist es höchste Zeit, dass auch ARD und ZDF Reformen anpacken. Alles auf Mediatheken und Podcasts zu setzen, ist für die Vielfalt der Medienlandschaft nicht ungefährlich. Für einen reinen Kampf gegen Netflix, amazon prime und Co. sind die Milliarden an Gebühren nicht gedacht. Am schnellsten und besten informiert zu sein, das muss das erste Ziel sein,

Das vom Verfassungsgericht in Karlsruhe jetzt untermauerte Privileg der subventionierten Berichterstattung ist kein Freibrief, sondern auch ein Weckruf an die Apparatschiks in den Sendeanstalten. Macht euren Job so gut, dass nicht über ein paar Cent geredet wird, sondern über wirklich packende Sendungen und faszinierende Formate.

Rundfunkbeitrag steigt auf 18,36 Euro.

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