Meinung Ein Jahr nach Hanau: Die Macht der Sprache

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Neun Menschen starben vor einem Jahr bei einem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau. Was bei der Aufarbeitung der Tat die Sprache bewirken kann, kommentiert Frank Werner.

Eine Teilnehmerin hält ein Plakat «niemals vergessen#Hanau» auf der Kundgebung zum Gedenken an den rassistischen Anschlag vor einem Jahr in Hanau.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Die Gefahr ist groß, dass die Erinnerung an rassistische Terroranschläge wie in Hanau zum Ritual verkommt. Kritik an den Ermittlungen, am Umgang mit den Angehörigen der Opfer, am Waffengesetz, an den sozialen Medien und so weiter – es sind immer wieder die gleichen Muster. Im schlimmsten Fall die bekannte These vom Einzeltäter, von einer Tat in unserer freien Gesellschaft, die nicht zu verhindern ist.

Eines bleibt dabei immer richtig und wahr: Es ist jeder Einzelne, der sich dem Rechtsextremismus entgegen stellen kann. Und das nicht mit der Waffe. Sondern mit Worten. Denn auch die Tat von Hanau fing mit verbalen Ausfällen an. Es müssen nicht gleich faschistoide Kraftausdrücke sein. Es geht auch ein paar Stufen niedriger. Schon der Ausdruck „Fremde“ bedeutet Ausgrenzung. Menschen, die anders aussehen. Hier geht es um Mitbürgerinnen und Mitbürger. Diskriminierung fängt oft ganz einfach an.

Lied für Hanau von Konstantin Wecker

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