Der Kampf gegen Corona ist auch ein Kampf gegen rechten Terror. Ein Kommentar.

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Hohe Arbeitslosigkeit in Folge der Coronakrise und der drohende Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan sind ein potentieller Nährboden für Rechtsterrorismus. Der Bundesrepublik sollte dies eine Mahnung sein, findet Tobias Gräf.

Rechter Terror ist längst in Deutschland angekommen. Die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke - hier ein Bild vom Trauergottesdienst - zeigt dies auf schockierende Weise.
von Tobias Gräf Kontakt Profil
Kommentar

Lange Zeit haben westliche Demokratien islamistischen Terror als größte Bedrohung wahrgenommen. Womöglich war dies ein Fehler. Denn während die permanenten Anschläge der Steinzeit-Islamisten in Nahost und Afrika unsere Aufmerksamkeit gebunden haben, griff rechtsextremistisches Gedankengut im Westen um sich. Die Anschläge von Kassel, Halle und Hanau beweisen: Auch Deutschland hat längst ein Terrorproblem mit zum äußersten entschlossenen Neonazis.

Der jüngste Terror-Bericht des Londoner Wirtschafts- und Friedensinstitus kommt zu dem Schluss, dass nichts mehr Terror begünstigt als politische Instabilität und wirtschaftliche Perspektivlosigkeit. Für Deutschland ist diese Analyse in zweierlei Hinsicht besorgniserregend: Erstens, der womöglich bald bevorstehende Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan könnte das Land – noch immer ein Hort der Instabilität – erneut zur Ausgangsbasis für globalen Terror machen. Zweitens, die Corona-Pandemie als größte Wirtschaftskrise seit Gründung der Republik bedeutet auch für unzählige Deutsche Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Unsicherheit. Die Bundesregierung sollte deshalb auch im Sinne der Terrorprävention tunlichst verhindern, dass sich die Coronakrise zu einer Vertrauenskrise der Menschen in Politik und Demokratie auswächst.

Mit der "Identitären Bewegung" sind Rechtsextreme auch in Amberg vertreten

Amberg
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