Meinung: Keine Spritze, kein Konzept: Versagen auf allen Ebenen

Die bayerische Staatsregierung zieht im Kampf gegen Corona die Notbremse. Viel zu spät, meint Frank Werner und benennt die Schuldigen der sich abzeichnenden Katastrophe.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt an einer Pressekonferenz teil.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Die Wut wird täglich größer. Und die Angst. Das kollektive Versagen der Politik in der Pandemie wird immer offenkundiger. Ebenso das Unverständnis für die ungeimpfte Betonschädel-Fraktion. Als käme die sich immer stärker abzeichnende Katastrophe aus heiterem Himmel.

Genügend Virologen haben schon Anfang des Jahres davor gewarnt, dass noch nichts überstanden ist. Das hört man natürlich nicht gerne. Im Verdrängen ist die Menschheit spitze. Auch bei den Abgeordneten kamen im Jahr der Bundestagswahl die Mahnungen eher ungelegen.

Es kommt also noch schlimmer als befürchtet. Eiskalt erwischt kurz vor dem Winter. Die Kliniken sind am Anschlag, das Gesundheitswesen vor dem Kollaps. Fast jeder kennt jetzt einen Corona-Fall in seiner Bekanntschaft. Da hilft kein Augen-zu-und-durch mehr. Das Virus ist so präsent, dass es kaum mehr zu ertragen ist.

Markus Söder zieht in Bayern die Notbremse. Weihnachtsmärkte abgeblasen, Kneipen dicht, Zuschauerzahlen bei öffentlichen Veranstaltungen reduziert. Der einst als Macher aus München gefeierte CSU-Chef handelt viel zu spät. Dass es so schlimm kommt, hätte keiner ahnen können, jammert Söder. Von wegen. Sogar der Ethikrat der Staatsregierung hatte bereits im Juni dieses Jahres vor einer vierten Welle gewarnt.

Nun war es im Sommer tatsächlich so, dass das coronafreie Lebensgefühl sich überall breit machte und Sorglosigkeit statt Sorgenfalten nicht nur in Bayern herrschten. Die damals 40 Prozent Ungeimpften werden uns schon nicht alles kaputt machen, lautete die stille Hoffnung.

Pustekuchen. Die Gesellschaft zahlt jetzt den extrem hohen Preis für die Spritzenverweigerer. Der Quasi-Lockdown für Ungeimpfte im Freistaat kommt viel zu spät. Wer immer noch an der Wirksamkeit der Corona-Impfung zweifelt, der handelt böswillig. Die Zahlen aus den Intensivstationen sind dafür bitterer Beleg.

Der Blick nach Österreich zeigt, wo auch bei uns bald die Reise hingehen wird. Impfpflicht für alle ist das letzte Schwert im Kampf gegen Corona. Ob es tatsächlich gezückt werden muss, werden die nächsten Woche zeigen. Weder die Polit-Zauderer noch die Anti-Impf-Brigade lassen darauf hoffen, dass diese Maßnahme nicht kommt.

Die Maßnahmen der Staatsregierung

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