Kommentar zur Corona-Pandemie: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind zentrale Elemente der Pandemie-Bekämpfung. Beides verspielen Ministerpräsidenten und Kanzlerin derzeit. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD, von links), Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nehmen an einer Pressekonferenz im Kanzleramt nach den Beratungen von Bund und Ländern teil.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Das politische Theater, das Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin in der Nacht zum Dienstag aufgeführt haben, könnte gut und gerne mit "Denn sie wissen nicht, was sie tun" überschrieben werden. Allerdings kann es kein Akteur der Videokonferenz mit Natalie Wood oder James Dean aufnehmen. Die beiden spielten die zentralen Rollen in "Rebel without a Cause", wie das Filmdrama von 1955 im amerikanischen Original heißt.

Zum "Rebellieren ohne Grund" ist das, was Deutschland, was Europa wegen der Corona-Pandemie erlebt, zu ernst. Zur Erinnerung: Die dritte Welle rollt, mit einer Virus-Variante, die gut 30 Prozent ansteckender ist und mit einer 64 Prozent höheren Sterblichkeit einhergeht. Letzteres legen britische Studien nahe. Noch etwas anderes legen die Daten aus Großbritannien nahe: Wegen B 1.1.7 wird es schwer, mit Impfungen Herdenimmunität zu erreichen, wenn nicht alle mitziehen.

Dazu braucht es Vertrauen. Vertrauen, das die Runde von Manuela Schwesig über Armin Laschet bis Bodo Ramelow derzeit verspielt. Da wird etwas Richtiges abgenickt, was am übernächsten Tag wegen der schlampigen Vorbereitung wieder kassiert werden muss. "Wir können so nicht weitermachen", tönte Laschet am Mittwoch. Richtig. Wann wird aus den Fehlern zu Beginn der zweiten Welle gelernt? Noch immer drängt sich der Verdacht auf, dass einige Ministerpräsidenten erst sehen wollen, ob es tatsächlich so schlimm kommt, wie die Modelle beschreiben. Verheerend. So müssen sich die Menschen durch einen scheinbar nie endenden Lockdown quälen, ohne dass es besser wird.

Es ehrt Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass sie die Verantwortung für die Fehler der Runde übernimmt. Der Vertrauensverlust in die Politiker und Parteien lässt sich so aber nicht stoppen. Die Politikverdrossenheit ist zurück - weil zwar autoritär regiert wird, aber weder Regierende noch Parlament liefern. Es werden noch unruhige Zeiten auf Deutschland zukommen.

Die Kanzlerin macht einen Rückzieher und übernimmt die Verantwortung für die Verwirrung

Deutschland und die Welt

So sieht es in den Krankenkäusern aus

Weiden in der Oberpfalz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.