Kommentar zum Fall Nawalny: Harte Worte und Kritik an Putin bringen nichts

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Was muss Putin eigentlich noch alles machen, damit die Bundesregierung merkt, dass er kein guter Partner ist? Nach der erwiesenen Vergiftung von Kreml-Kritiker Nawalny müssen Sanktionen her, die ihn treffen. Ein Kommentar von Julian Trager.

Der russische Präsident Wladimir Putin steht international in der Kritik. Aber das dürfte ihm egal sein.
von Julian Trager Kontakt Profil

Die Reaktionen waren erwartbar: Heftige Kritik an Russland, auch Angela Merkel fand klare Worte. "Es stellen sich jetzt sehr schwerwiegende Fragen, die nur die russische Regierung beantworten kann und beantworten muss"´, sagte sie. Antworten wird sie und die Welt wohl aber nie bekommen - vielleicht wird irgendwann ein Sündenbock aus dem Hut gezaubert, mehr nicht. Ansonsten reagiert auch Moskau erwartbar: Alles nur eine Verschwörung des Westens gegen Russland, so der Tenor.

Scharfe Worte, harte Forderungen, bloße Kritik bringen nichts. Das hat der russische Präsident Wladimir Putin schon in der Vergangenheit gezeigt. Egal ob beim Krieg in der Ukraine, Bomben über Syrien, Attentate auf Kritiker und Überläufer - er macht einfach immer weiter, so wie es ihm gefällt. Er hält sich für unantastbar, und das zeigt er.

Es müssen also Sanktionen her, die Putin wirklich treffen. Und die Gaspipeline Nord Stream 2, Eigentum des russischen Staatskonzerns Gazprom, ist ihm besonders wichtig. Vielleicht sollte man das Projekt - auch kurz vor Fertigstellung - doch noch mal überdenken. Putin ist eben kein Partner, darf es auch nicht sein. Aber: Ein Aus wäre halt auch für die Bundesregierung eine krachende Niederlage - Deutschland hat sich wie kein anderes EU-Land für dieses Projekt eingesetzt. Diese Pleite will offenbar noch keiner riskieren.

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