Kommentr zu Israel und Hamas: Zynische Machtpolitik kostet Menschenleben

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Der Krieg zwischen Israel und der Hamas im Gaza-Streifen ist beendet. Frieden gibt es deshalb nicht – die Ursachen für den Hass zwischen Juden und Arabern bleiben. Israels Gesellschaft ist gespalten wie nie. Ein Kommentar von Tobias Gräf.

Palästinenser feiern in den Straßen nach einem von Ägypten vermittelten Waffenstillstand. Militante Palästinenser im Gazastreifen und Israel haben ihre gegenseitigen Angriffe vorerst beendet.
von Tobias Gräf Kontakt Profil
Kommentar

Nach fast zwei Wochen Krieg mit Hunderten Toten und Tausenden Verletzten gibt es einen überfälligen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen. Doch Frieden herrscht deshalb nicht. Der Schlagabtausch war der vierte Gaza-Krieg innerhalb von 13 Jahren. Wie bei den Auseinandersetzungen zuvor sind die Konfliktparteien einer Lösung nicht näher gekommen: An den Ursachen für den Hass zwischen Palästinensern und jüdischen Israelis hat die Waffenruhe nichts geändert.

Die Zwei-Staaten-Lösung ist längst zur Utopie verkommen. Auch wenn Israel angegriffen wurde und sich selbstverständlich verteidigen darf und muss – beide Seiten haben in dem Krieg ein zynisches Machtkalkül verfolgt. Die Hamas will mit den Raketenangriffen Stärke gegenüber Israel demonstrieren und so ihren Alleinvertretungsanspruch für alle Palästinenser – auch jene unter Fatah-Führung im Westjordanland – durchsetzen. Israels Premier Benjamin Netanjahu wiederum nützte der Krieg, um seine Entmachtung zu verhindern: Sein Versuch, eine Regierung zu bilden, war gescheitert. Die Opposition wollte Netanjahu ablösen durch ein Bündnis mit arabischen Parteien. Nach den inner-israelischen Konflikten und gar Straßenschlachten zwischen Juden und Arabern, ist dieses Vorhaben gescheitert. Der Krieg hinterlässt deshalb neben vielen unschuldigen Toten auch ein gespaltenes Israel – die friedliche Koexistenz zwischen Juden und Arabern ist jetzt noch schwieriger.

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