Meinung: Da ist er wieder, dieser latente Antisemitismus

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Der Nahostkonflikt schwappt auf die deutschen Straßen. Wer dabei Juden und deren Einrichtungen attackiert, muss mit aller Härte zur Rechenschaft gezogen werden, meint Frank Werner.

Die Polizei benutzt während der Demonstration verschiedener palästinensischer Gruppen in Berlin-Neukölln Pfefferspray.
von Frank Werner Kontakt Profil

Der Nahostkonflikt gehört zu den kompliziertesten Krisenherden der Welt. Für ein schnelles Urteil über Gut und Böse ist dieses Pulverfass völlig ungeeignet. Man muss die Regierung von Benjamin Netanjahu in Israel wirklich nicht mögen. Kritik an seiner Militärpolitik und dem Umgang mit der arabischen Minderheit ist absolut berechtigt. Ebenso wenig ist ein Hochjubeln der Palästinenser nachzuvollziehen. Die Hamas kocht mit brutalen Mitteln ihr eigenes Süppchen. Wer möchte in dieser verfahrenen Gemengelage den Richter spielen?

Bei allen Wirrungen in Nahost ist aber eines glasklar: Die Juden in Deutschland jetzt für die Politik Israels zur Rechenschaft zu ziehen, ist ein absolutes No-Go. Wir sehen ihn in Bildern und Bemerkungen wieder hochkriechen, diesen latenten Antisemitismus. Er ist da, von ganz rechts bis ganz links, auch bei muslimischen Zuwanderern.

Wenn sich Juden in Deutschland nicht sicher fühlen können, dann müssen alle Alarmglocken schrillen. Bei brennenden israelischen Fahnen und Steinen gegen Synagogen geht es nicht in erster Linie um Protest gegen die Politik Netanjahus. Es geht um die Existenz des Staates, in dem die Juden nach dem Holocaust Zuflucht und Heimat gefunden haben. Dieser Antisemitismus erschüttert die Grundfeste der Bundesrepublik. Ihn zu bekämpfen, braucht es unsere bedingungslose Solidarität mit den Menschen, denen wir unverzeihliches Leid zugefügt haben.

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