Meinung: Lautsprecher Aiwanger und der völlig falsche Ton

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Hubert Aiwanger nimmt das Wort "Apartheitsdiskussion" in den Mund. Der Lautsprecher der Staatsregierung liegt damit völlig daneben, meint Frank Werner.

Hubert Aiwanger steht gerne in der Öffentlichkeit, der Freie-Wähler-Chef ist ein gefragter Mann.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Hubert Aiwanger sagt, was er denkt. Das ist für einen Politiker grundsätzlich mal nichts Schlechtes. Der Niederbayer gefällt sich in der Rolle als Volkes Stimme. Geradlinig, unabhängig, frei. Doch manchmal verwechselt der Freie Wähler freie Meinung mit Narrenfreiheit. So wie in der Impf-Diskussion.

Welches Zuchtschwein muss Aiwanger geritten haben, das Wort "Apartheidsdiskussion" in Zusammenhang mit der Debatte um Freiheiten für Geimpfte überhaupt in den Mund zu nehmen? Eine bodenlose Unverschämtheit, die gnadenlose Rassentrennung in Südafrika nur im Ansatz mit der Corona-Thematik in einen Topf zu werfen. Wer die Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung auf eine Stufe damit setzt, dass nur Geimpfte in Discos feiern dürfen, der braucht neben Geschichtsnachhilfe auch das Stoppsignal seines Vorgesetzten. Markus Söder muss ein Machtwort sprechen.

Schließlich legt der stellvertretende Ministerpräsident eine gefährliche Lunte. Natürlich kann auch Aiwanger nicht gezwungen werden, sich impfen zu lassen. Diese Entscheidung bleibt ureigenstes Recht jedes Einzelnen. Aber er muss auch damit leben, dass bei weiterer Impfmüdigkeit spätestens im Herbst wieder der Alptraum von Homeschooling, Lockdown und all dem Irrsinn von neuem losgeht. Aiwanger hat eben keine Narrenfreiheit, er ist nicht nur der Landwirt aus Rahstorf. Er trägt Verantwortung für jedes Wort und jede Tat.

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Oberpfalz
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