Lockdown für Läden: Online-Handel gut gerüstet

56 Millionen Pakete stellte die Deutsche Post in der vergangenen Woche zu – so viele wie noch nie. Die Online-Händler sind für den Bestell-Boom vor Weihnachten gewappnet. Doch bis wann müssen Pakete zur Post, um rechtzeitig anzukommen?

In einer Zustellbasis der Deutschen Post werden Pakete sortiert und auf Fahrzeuge verteilt. Trotz wieder geöffneter Geschäfte verzeichnen die Paket-Zusteller weiterhin deutlich erhöhte Mengen an Sendungen. (zu dpa «Paketmengen trotz offener Geschäfte deutlich über Vor-Corona-Niveau»)
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Harter Lockdown, geschlossener Einzelhandel: Die Online-Händler sind auf das zu erwartende erhöhte Bestellaufkommen vorbereitet, erklärt Susan Saß, Pressesprecherin des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh). Ein Bestell-Boom wegen des Lockdowns drohe ihrer Ansicht nach nicht.

Schon vorher waren die Online-Umsätze auf Rekordwerte gestiegen: Im Oktober und November haben die Verbraucher für insgesamt 17.374 Millionen Euro Waren bestellt. 17,5 Prozent mehr als 2019 (14.782 Millionen Euro). Das durchschnittliche Wachstum in den vergangenen Jahren lag bei rund 11 Prozent, teilt der bevh mit. Vor allem sonst weniger bestellte Produkte, wie Lebensmittel und Medikamente, verzeichnen ein deutliches Plus, sagt Saß.

Rekorde bei der Post

Auch die Post berichtet von Rekorden. 1,6 Milliarden Pakete hatte die Deutsche Post DHL bereits Ende November zugestellt – und damit die Gesamtmenge der Pakete im Jahr 2019 (1,59 Milliarden) überschritten. Allein in der vergangenen Woche waren es nach Auskunft von Pressesprecher Erwin Nier 56 Millionen Pakete. Jedes Jahr stellt die Deutsche Post DHL rund 10.000 Saisonkräfte ein, um die gesteigerten Paketmengen zu Weihnachten bearbeiten zu können. Die Planungen würden bereits im März/April beginnen.

"Dieses Jahr war absehbar, dass da etwas Großes auf uns zukommt." Deshalb und weil es wegen des ersten Lockdowns im Frühjahr nicht zum typischen Abschwellen des Bestellaufkommens nach Weihnachten kam, behielt die Post 4000 Mitarbeiter des vergangenen Weihnachtgeschäfts. Im Oktober wurden zusätzliche 10.000 Kräfte eingestellt. Erwin Nier erklärt: "Wir versuchen der Lage Herr zu werden. Bis jetzt gelingt es uns mehr als gut." Gerade das Weihnachtsgeschäft sei bis zu einem gewissen Grad gut planbar. Der Höhepunkt steht aber noch aus: Klassischerweise liegt er in der Woche vor Heiligabend. Nier ist optimistisch, dass alle Pakete auch dieses Jahr ihren Weg unter den Weihnachtsbaum finden werden. Vorausgesetzt sie werden früh genug aufgegeben: Pakete müssten spätestens am 18./19. Dezember zur Post gebracht werden, bei Briefen würde der 21./22. Dezember reichen.

Conrad und Witt Weiden gewappnet

Auch die Versandhändler in der Oberpfalz sind gewappnet. Christina Bauroth von Conrad Electronic meint, "es zeichnete sich bereits Anfang Dezember ab, dass die Deutschen genauso viele Geschenke wie im vorherigen Jahr kaufen". Conrad sehe sich für das vermehrte Online-Bestellaufkommen bestens gerüstet. Bereits Anfang Dezember habe man die Kunden darauf hingewiesen, Weihnachtsgeschenke möglichst frühzeitig zu bestellen.

Die 120 Filialen von Witt Weiden sind ebenfalls seit Mittwoch geschlossen. Telefonische, schriftliche und Online-Bestellungen seien weiterhin möglich, erklärt Judith Weigl. Das Unternehmen vermutet "eine leichte Verlagerung der Bestellungen in Richtung Katalog und Online-Geschäft". Doch Weigl relativiert: "Mode ist nicht das klassische Weihnachtsgeschenk." Viele Kunden hätten sich darüber hinaus bereits im Oktober und November mit Geschenken eingedeckt.

Folge von Corona: Geschäfte in der Innenstadt von Weiden schließen

Weiden in der Oberpfalz

Aktuelle Entwicklungen zur Corona-Pandemie auf der ganzen Welt

Deutschland und die Welt
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.