Meinung: Ermittlungen gegen NS-Verbrecher sind wichtig, auch wenn sie spät kommen

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Noch immer sind nicht alle Gräueltaten der Nazis aufgeklärt. Deswegen sind Ermittlungen und Prozesse auch gegen heute sehr alte NS-Verbrecher wichtig. Ihre Taten dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Ein Kommentar von Julian Trager.

Der ehemalige Wächter des deutschen Vernichtungslagers Sobibor, John Demjanjuk, wurde 2011 verurteilt.
von Julian Trager Kontakt Profil
Kommentar

Die Angeklagten sind sehr alt, die Taten lange her, lasst doch mal Gras drüber wachsen - das hört man immer wieder, wenn es heute um die Aufklärung von NS-Verbrechen geht. Gras über die unmenschlichen Gräueltaten wachsen lassen? Nein. Die Verbrechen der Nazis dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Deswegen sind die Ermittlungen und die Prozesse gegen die NS-Verbrecher wichtig. Es ist noch immer nicht alles aufgeklärt, was damals geschah, vor allem im Kleinen.

Die Justiz tut gut daran, noch möglichst viele der ehemaligen Lager-Wachmänner und Co. anzuklagen, um möglichst viel aufzuklären. Auch wenn die Angeklagten heute - Alter schützt vor Strafe nicht - mitunter 105 Jahre alt sind. Daran ist die deutsche Justiz aber auch selbst schuld. Jahrzehntelang versäumte sie es, NS-Verbrecher zur Verantwortung zu ziehen. Zu viele von ihnen blieben bis zum Tod ungestraft.

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