Meinung zur Vier-Tage-Woche: Liebe Arbeitgeber, seid mutig!

Der Weidener Marco Bauer will in seiner Firma die Vier-Tage-Woche einführen. Eine tolle Idee, das zeigen zahlreiche Studien und Beispiele. Die Unternehmen sollten mehr Mut zeigen und es testen. Ein Kommentar von Julian Trager.

Wo soll der dritte freie Tag der Woche eingetragen werden? Viele Beschäftigte träumen von der Vier-Tage-Woche.
von Julian Trager Kontakt Profil
Kommentar

Die Isländer glauben ja an Elfen. Und wer schon mal auf der atemberaubend zauberhaften Insel war, kann das vielleicht sogar verstehen. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet dieses kleine Land ein Wunder vollbracht hat. Von 2015 bis 2019 arbeitete dort mehr als ein Prozent der berufstätigen Bevölkerung nur vier Tage die Woche, bei gleichem Gehalt. Das Ergebnis? Die Mitarbeiter waren viel glücklicher, gesünder, weniger gestresst. Die Produktivität blieb überwiegend gleich oder verbesserte sich. Was will man als Arbeitgeber eigentlich mehr? Aber trotzdem ist das Thema in den allermeisten Firmen überhaupt kein Thema.

Andere Untersuchungen sagen übrigens dasselbe wie die Isländer. Der Wissenschaftler Jan-Emmanuel De Neve von der Universität Oxford hat eine Studie zur Zufriedenheit von Mitarbeitern durchgeführt. Eine gute Work-Life-Balance ist demnach Hauptzutat fürs Glück – und die könne man eben gut mit einer 4-Tage-Woche erreichen. Glückliche Mitarbeiter arbeiten besser als unglückliche. Im deutschen Unternehmen Bike Citizens wird schon seit zehn Jahren in einer 32-Stunden-Woche gearbeitet – mit Erfolg.

Natürlich klappt das nicht überall, nicht sofort in jeder Branche, gilt das nicht für jeden Arbeitnehmer. Aber, man muss sich ja nur mal umhören: Fast jeder, den man fragt, würde sich über eine Vier-Tage-Woche freuen. Die Arbeitgeber sollten also Mut zeigen, es testen, es mal ausprobieren. Wie der Weidener Marco Bauer, der für nächstes Jahr ein Pilotprojekt in seiner Firma startet. Vielleicht helfen die Erfahrungen des mobilen Arbeitens. Die Coronakrise hat ja gezeigt, dass das Arbeiten im Homeoffice klappt. Und vor der Pandemie konnten sich das auch nur wenige Arbeitgeber vorstellen.

Eine Weidener Softwarefirma will die Vier-Tage-Woche einführen

Weiden in der Oberpfalz
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