Phishing-Nachrichten auf Facebook im Umlauf

Auf Facebook treiben wieder verstärkt Betrüger ihr Unwesen. Mit Nachrichten eines mutmaßlichen Freundes versuchen sie, an die Daten der Nutzer zu kommen. Über 480.000 Menschen sind bereits Opfer der Masche.

Auf Facebook treiben derzeit wieder vermehrt Betrüger ihr Unwesen.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

Über den Facebook-Messenger ploppt die Nachricht von einem Freund aus dem sozialen Netzwerk auf. "Bist du das?" fragt er und schickt den Link zu einem Video mit. Nach dem Klick auf den Link werden auf einer Seite die Facebook-Nutzerdaten abgefragt. Angeblich, um den Facebook-Account zu verifizieren. Doch Vorsicht, wer seine Daten eingibt, hat verloren.

Diese Nachricht kommt nämlich nur augenscheinlich von diesem Freund. Er wurde Opfer einer Phishing-Attacke. Betrüger haben seinen Account übernommen und diese Nachrichten an seine Kontakte geschickt. Gleiches gilt für die vermeintliche Facebook-Seite auf der die Login-Daten abgefragt werden. Auch sie ist Fake. Wer seine Daten eingibt, gibt sie den Betrügern - als würde man Einbrechern den Schlüssel zur eigenen Wohnung geben.

Bisher über 480.000 Betrugsopfer

Laut dem dem Onlineportal Mimikama, das sich auf eine Analyse von Cybernews vom 8. Februar 2021 bezieht, gab es seit Beginn dieser Phishing-Kampagne Ende Januar über 480.000 Betrugsopfer - die meisten davon stammen aus Deutschland.

Haben diese Fremden den eigenen Login-Namen und das Passwort, können sie mit dem Profil machen, was sie wollen. Facebook-Nachrichten verschicken ist da noch eine der eher harmlosen Taten. Ist die Login-E-Mailadresse mit genau diesem Passwort vielleicht noch auf anderen Seiten hinterlegt? Möglicherweise bekommen die Betrüger so Zugriff auf sensible Daten. Möglicherweise sogar auf die Kreditkarte.

Nicht auf jeden Link klicken

Doch wie schützt man sich vor solchen Attacken? Zuerst einmal ist wichtig: Nur weil man eine solche Nachricht bekommen hat, ist man noch nicht Opfer des Betrügers geworden. Bisher hat der nur die Daten des Freundes. Kritisch wird es erst, wenn man die eigenen Daten über den Link eingibt. Deswegen gilt: Neugierde in Zaum halten und nicht auf jeden Link klicken. Und selbst wenn, spätestens wenn persönliche Daten abgefragt werden, heißt es: Skeptisch sein. Oft lässt sich über die Adresszeile im Browser prüfen, ob es sich wirklich um die vermeintliche Seite handelt. Manchmal finden sich auch Fehler im Text der Seite oder das Layout passt nicht zum Original.

Virenscanner aktivieren

Ist es aber schon zu spät, und man hat das Passwort eingegeben, heißt es schnell sein: Am besten sofort die Login-Daten ändern, denn im schlimmsten Fall können einen die Betrüger aus dem eigenen Account aussperren, indem sie das Passwort ändern. Grundsätzlich gilt auch nach dem Klick auf den Link: Virenscanner aktivieren!

Und: Auch der Facebook-Freund, von dem man die Nachricht erhalten hat, ist vermutlich dankbar über einen Hinweis, dass er gehackt worden ist - am besten nicht über den Messenger, sondern auf einem anderen Weg.

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Amberg
Hintergrund:

Phishing

"Phishing" bedeutet, dass jemand unter Vortäuschung falscher Tatsachen versucht, an persönliche Daten zu kommen. So werden Nutzer zum Beispiel über gefälschte Internetseiten - die dem Original täuschend ähnlich sehen - aufgefordert, ihr Passwort einzugeben. Die Betrüger verkaufen diese Daten dann weiter - oder versuchen darüber an weitere - sensible Informationen, wie Kreditkarteninfos - zu kommen.

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