So viel können Corona-Tests für Ungeimpfte kosten

Das Ende der kostenlosen Corona-Tests rückt näher. Ab 11. Oktober müssen viele Ungeimpfte selbst bezahlen. Wie viel genau ist noch unklar. In Oberpfälzer Testzentren hält man sich mit Schätzungen zurück. Es gibt Hinweise auf den Preis.

Ab 11. Oktober ist Schluss mit kostenlosen Corona-Tests.
von Celina Rieß Kontakt Profil

Ab 11. Oktober ist Schluss mit kostenlosen Corona-Tests. Da mittlerweile allen Bürgern ein unmittelbares Impfangebot gemacht werden könne, sei eine dauerhafte Kostenübernahme durch den Steuerzahler nicht angezeigt, heißt es in einem Ministerbericht dazu. Wie teuer die Tests sind, steht noch nicht exakt fest. Klar ist aber laut Bundesgesundheitsministerium, der Preis könne anhand der bisherigen Vergütungshöhen geschätzt werden. Der Bund bezahlt derzeit 11,50 Euro für Schnelltests und 43,56 Euro für PCR-Tests (Stand August 2021).

In den Oberpfälzer Testzentren hält man sich mit Schätzungen zurück. Nur Frederik Strobl, Amberger Apotheker der Apotheke St. Marien erklärt auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien: "Im deutschlandweiten Austausch mit Kollegen schätzt man den Preis für einen Schnelltest etwa zwischen 20 und 30 Euro."

Daniel Fröhler von der privaten Teststation in Taufkirchen schätzt den Preis gegenüber BR 24 auf rund 19 Euro für einen Schnelltest und auf 79 Euro für den aufwändigeren und genaueren PCR-Test. Auch Oliver Urban von der Medicare-Teststation in Regensburg bestätigt dem BR diese Preisdimensionen. Er schätzt die kommenden Kosten für einen Schnelltest auf 15 bis 20 Euro und für einen PCR-Test auf rund 120 Euro, da "die Laborkosten allein schon so hoch sind".

Entlastung für Steuerzahler

Die Kostenpflicht der Corona-Tests begründet das Bundesgesundheitsministerium damit, dass es Mitte Oktober allen frei stehe, sich impfen zu lassen. Mit dem Wegfall der Finanzierung soll der Steuerzahler entlastet werden. Business-Insider berichtet, dass dem Steuerzahler Kosten von 13,5 Millionen Euro für jede Million Schnelltests entstehen. Steuerzahler.de berechnet rund 700 Millionen Euro pro Monat an Ausgaben für Corona-Tests.

Eine freiwillige Testung ohne gesundheitliche Gründe oder Vorerkrankungen wird in Zukunft kostenpflichtig sein. Ausgenommen von der Pflicht zum Selbstzahlen sollen die sein, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können oder an Autoimmunerkrankungen leiden. Der Staat will die Tests außerdem für Arbeitende finanzieren, die täglich in engem Kontakt mit Risikogruppen stehen wie etwa im Pflege- und Gesundheitsbereich. Schwangere und Kinder unter zwölf sollen weiterhin Gratis-Tests erhalten. Kinder von 12 bis 17 Jahren sollen voraussichtlich noch bis Ende November kostenlose Corona-Schnelltests bekommen können, wie die Ärztezeitung berichtet.

Andrang in Impfzentren?

Jetzt, mit dem Wissen, dass jeder Corona-Test bald selbst bezahlt werden muss, überlegt sich vielleicht der ein oder andere Kritiker, sich trotz erster Bedenken impfen zu lassen. Der Leiter des Amberger Impfzentrums, Martin Ströhl erklärt, dass er keine sichere Aussage tätigen kann, ob die aktuelle Impfbereitschaft aus diesem Grund gestiegen ist. Es gibt zwar eine vermehrte Nachfrage, aber das kann laut Ströhl auch an der Urlaubszeit liegen. Entweder weil die Leute in den Urlaub fahren wollen oder in ihren freien Tagen eher die Zeit finden, zur Impfung zu gehen.

Durch die aktuelle 3G-Regel könnte das Testen allerdings schnell teuer werden. Denn egal ob Restaurantbesuch, Kino oder Friseur - überall müssen Ungeimpfte ab jetzt einen negativen Corona Test vorlegen. Diese Regelung wird erst außer Kraft gesetzt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 35 Neuinfektionen liegt.

Vertreter von Bund und Ländern hatten sich bei einem gemeinsamen Treffen im August auf diesen Beschluss geeinigt. Laut einer Vorab-Umfrage von ARD "Deutschlandtrend" gab es für die Abschaffung der kostenlosen Tests auch auf Seiten der Bürger eine deutliche Zustimmung. Ganze 61 Prozent haben sich dafür ausgesprochen.

Kostenlose Schnelltests für alle nur noch bis 10. Oktober

Deutschland und die Welt

Bericht bei BR24

Bericht beim Bund der Steuerzahler

Ärztezeitung zu Gratis-Tests für 12- bis 17-Jährige bis Ende November

Hintergrund:

Unterschied zwischen PCR-Test und Antigen-Schnelltest

  • PCR-Test:
  • "Goldstandard“ unter den Corona-Tests
  • Probenentnahme durch medizinisches Personal
  • Auswertung durch Labore
  • PCR-Tests werden zur Bestätigung eingesetzt, wenn ein positiver Schnelltest vorliegt
  • Antigen-Schnelltest:
  • Schnelles Ergebnis
  • Durchgeführt von geschultem Personal
  • Auswertung direkt vor Ort
  • Schnelltests haben im Vergleich zu PCR-Tests eine höhere Fehlerrate
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