Meinung: Nach Steinmeier muss eine Frau ins Schloss Bellevue

Am 13. Februar wird die Bundesversammlung höchstwahrscheinlich Frank-Walter Steinmeier wieder zum Bundespräsidenten wählen. In fünf Jahren muss eine Frau ran, meint Frank Werner.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender empfangen am Donnerstag Sternsinger aus dem Bistum Aachen vor dem Schloss Bellevue.
von Frank Werner Kontakt Profil
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Die Wahl zum höchsten Amt im Staat ist frei von taktischen Spielchen. Guter Witz, oder? Es ist eine Illusion zu glauben, dass der Bundespräsident ohne parteipolitische Überlegungen ins Schloss Bellevue einziehen darf. Das ist auch bei Frank-Walter Steinmeier nicht anders. Immerhin ist er der Repräsentant, der sich großer Unterstützung in der Bevölkerung sicher sein darf.

Mit seiner so gut wie sicheren zweiten Amtszeit macht Deutschland nichts verkehrt. Der pastorale, bisweilen einschläfernde Ton des 66-Jährigen ist die richtige Antwort auf die geifernden und lautstarken Feinde der Demokratie. Ein wenig vom Typus her wie der neue Bundeskanzler Olaf Scholz. Ausgleichend, unaufgeregt. In der Wortwahl vielleicht noch ein wenig bedächtiger als Scholz. Kein Visionär, aber immer mit klarer Kante gegen all diejenigen, die sich in der Bundesrepublik in einer Diktatur wähnen.

Also bleibt Steinmeier der richtige Mann im Amte für die nächsten fünf Jahre. Eines ist aber auch klar: Danach ist es höchste Zeit für eine Frau, für eine oberste Repräsentantin. Nach zwölf Bundespräsidenten muss das Schloss Bellevue eine weibliche Note erhalten. Es ist jetzt wirklich genügend Zeit, die Weichen in diese Richtung zu stellen. Zum Glück hat keine Partei eine Frau ins Rennen geschickt, nur um ein Signal zu setzen. Aussichtslose Kandidatinnen gab es bei früheren Wahlen bereits genug. Nur um des Kalküls Willen hätte das niemand verdient.

Wenn die Union jetzt eine aussichtslose Gegenkandidatin ins Rennen geschickt hätte, nur um die Ampel-Koalition zu ärgern, wäre sie dem richtigen Ziel keinen Zentimeter weiter entgegengekommen: der ersten Bundespräsidentin. Deutschland ist längst reif für eine oberste Staatsbedienstete. Dann eben im Jahr 2027.

Große Unterstützung für Steinmeier

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