Meinung Nach dem Urteil: Antworten auf das Attentat von Halle

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Die Strafe für den Attentäter von Halle fällt so hart aus wie in Deutschland nur möglich. Viele weitere Schritte gegen Antisemitismus sind nötig, meint Frank Werner.

Der angeklagte Stephan Balliet steigt in Begleitung von Justizpersonal nach dem Prozess in ein Fahrzeug der Justiz.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Der Attentäter von Halle hat die höchstmögliche Strafe erhalten. Das ist die juristische Antwort auf das Verbrechen, das zwei Menschen das Leben gekostet und die jüdischen Gemeinschaft in Deutschland in tiefe Verunsicherung gestürzt hat. Der Rechtsstaat hat Stärke gezeigt. Das ist das Signal des Prozesses. Weitere Antworten müssen nun folgen.

Es wird Jagd auf Jüdinnen und Juden gemacht. In einem Land, das vor wenigen Jahrzehnten fast ein ganzes Volk vernichtet hat. Nur eine Tür hat die Gläubigen in Halle vor dem Tod geschützt. Extreme Auswüchse eines schleichenden Prozesses. Es ist nicht nur die Gewalt mit Waffen, die die Juden bedroht. Es ist der hervorkriechende Antisemitismus, der zu beobachten ist. Die Suche nach einem vermeintlichen Schuldigen für die ach so schlimme Lage in Deutschland. Die Töne von Rechts- und Linksaußen sind oft subtil, aber sie befeuern eine latente Ablehnung gegenüber der jüdischen Gemeinde.

Halle ist kein Einzelfall. Auch das Blutbad von Hanau im Februar diesen Jahres hat gezeigt, wozu Rassismus und der Hass auf Andersgläubige führen können. Die sozialen Netzwerke sind die Lunte, die dieses Pulverfass zur Explosion bringt.

Solange die Polizei vor Synagogen oder Moscheen stehen muss, ist nichts in Ordnung in Deutschland. Daran ändert das Urteil von Halle nichts.

Interview mit der Generalkonsulin

Amberg
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