Verquerdenker als Steigbügelhalter der AfD

Die selbst ernannte Alternative für Deutschland ist eine zerrissene Partei. Jürgen Herda kommentiert den Machtkampf um den rechten Weg in eine andere Republik.

Die beiden Bundessprecher, Jörg Meuthen (links) und Tino Chrupalla, stehen beim Bundesparteitag der AfD gemeinsam auf dem Podium.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Der AfD-Parteitag in Kalkar streitet fast zwei Stunden über die Rede von Parteichef Jörg Meuthen. Der nationalliberale Wirtschaftsprofessor warnte vor einer zunehmend radikalen Wortwahl, vor NS-Vergleichen in der Corona-Debatte und der Nähe zu sogenannten Querdenkern.

Die Meuterei gegen Meuthen

Deutschland und die Welt

AfD-Kommunalpolitiker Dubravko Mandic kritisiert "das spalterische Gebaren" von Meuthen und seinen Parteigängern. Sie seien Schuld am Absturz in der Wählergunst. Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Stephan Brandner fasst nach: Meuthen habe der Partei "mit der Spaltungsdebatte schweren Schaden" zugefügt.

Die Alternative für alle, die einen anderen, einen autoritären, einen völkischen Staat wollen, ist innerlich zerrissen. Der Riss trennt nicht rechts oder links. Er läuft zwischen zwei verschiedenen Taktiklagern.

Rechtspopulisten versus Neonazis

Meuthens Anhänger befürworten einen rechtspopulistischen Kurs unter bürgerlichem Deckmantel. Sie wollen von den Volksparteien enttäuschte Konservative nicht durch wirre Rhetorik abschrecken.

Die Rechtsradikalen, die auf die Machtübernahme des aus der Partei ausgeschlossenen Neonazis Andreas Kalbitz setzen, sympathisieren offen mit dem Terrorregime des Dritten Reichs. Auf dem Weg zurück in die nationalsozialistische Vergangenheit lassen sie sich dabei gerne von den nützlichen Idioten der Verquerdenker die Steigbügel halten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.