Meinung: Viele Gründe für grüne Champagner-Laune

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Annalena Baerbock soll für die Grünen das Bundeskanzleramt erobern. Unmöglich ist das nicht – auch wegen des Chaos in der Union. Ein Kommentar von Frank Werner.

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. . Rechts Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Die Grünen dürften an diesem denkwürdigen Montag die ein’ oder andere Sektflasche köpfen. Es ist der Rausch des möglichen Regierens, der die Partei durch die nächsten Monate treiben wird. Mit der Nominierung von Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin ist den Grünen ein in jeder Hinsicht bemerkenswerter Coup gelungen. So harmonisch, so geräuschlos, so geschlossen: mehr Harmonie geht nicht.

An der 40-Jährigen hat kein Weg mehr vorbeigeführt. Mit einem Spitzenkandidaten Robert Habeck hätten die Grünen ihren berechtigten Ruf nach mehr Frauen in Führungspositionen ad absurdum geführt. Für die einstige Chaos-Partei war die Auswahl des Spitzenpersonals ohnehin ein Luxusproblem. Sowohl Habeck als auch Baerbock stehen für einen liberalen und modernen Kurs, der bis weit in die Mitte der Gesellschaft reicht und auch konservative Wählerschichten erreicht.

Noch mehr Schaumwein werden sich die Grünen genehmigen ob des immer irrsinnigeren Treibens in der Union. Völlig egal, wie der Machtkampf Söder vs. Laschet ausgeht – einen echten Sieger wird es nicht mehr geben. Der Ehrgeiz des bayerischen Ministerpräsidenten hat seinen Kollegen aus NRW längst in einen Strudel hineingezogen, aus dem keiner der Kontrahenten so schnell entkommen kann. Mit einem mit offenem Visier geführten Gefecht hat dieses Schauspiel schon längst nichts mehr zu tun. Dieser Scherbenhaufen der Schwesterparteien ist bis zur Bundestagswahl im September diesen Jahres kaum mehr aufzuräumen.

Annalena Baerbock nominiert.

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