Meinung: Was Woelki von Voderholzer lernen kann

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Erst ein Gutachten in Auftrag gegeben, dann unter Verschluss gehalten. Das Kölner Erzbistum hat im Umgang mit den Vorwürfen sexueller Gewalt viele Fehler gemacht. Jetzt gibt es Konsequenzen. Das wird nicht reichen, meint Frank Werner.

Abgründe
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Rudolf Voderholzer ist sicher nicht der große Modernisierer der katholischen Kirche. Aber eines muss man dem Regensburger Bischof lassen: In Sachen Aufklärung von Missbrauchsfällen in seinem Bistum hat er mit Offenheit und Nachdruck agiert. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hätte sich hier einiges abschauen können. So bleibt auch nach der jetzt vorgelegten Untersuchung ein Beigeschmack. Verschleppung, Vertuschung: Woelki hat der gebeutelten katholischen Kirche keinen Gefallen getan.

Dabei hätte der Glaube gerade in der Coronakrise eine Riesenchance. Die Sehnsucht nach Halt ist groß, nach einem Wertekompass. Doch Würdenträger wie der Kölner Kardinal treiben die Gläubigen in Scharen aus der Kirche. Mit den Rauswürfen von zwei engen Mitarbeitern zieht Woelki jetzt die Notbremse. Das 900 Seiten dicke Gutachten benennt Namen und Verantwortliche, immerhin. Das Vertrauen, das der Geistliche im Vorfeld aber bereits zerstört hat, ist nicht mehr wiederherzustellen. Woelki steht für ein System, das Täter schützt. Dieser katastrophale Eindruck bleibt.

Gutachten zum Missbrauch im Erzbistum Köln

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