Meinung: Der "Wunderwuzzi" hat ausgezaubert

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz ist zurückgetreten. Das wird unser Nachbarland noch länger beschäftigen, meint Martin Bink.

Stürmischer Herbst.
von Martin Bink Kontakt Profil

Als "Wunderwuzzi" galt Sebastian Kurz, als einer, der in jungen Jahren einen steilen Aufstieg hingelegt hat. Mit Mitte zwanzig Staatssekretär, zwei Jahre später Außenminister, Vorsitzender der konservativen ÖVP, mit 31 Jahren dann Bundeskanzler. Respekt, Respekt!

Aber der Aufstieg gelang - so sieht es heute aus - mit Mitteln, die möglicherweise nicht strafrechtlich relevant sind, wohl aber moralisch fragwürdig waren. So hat Kurz in seiner Abdankungsrede gesagt, er würde manche seiner Chat-Nachrichten heute so nicht mehr schreiben. Das lässt Raum für Spekulationen. Vor allem weckt die Bemerkung Neugierde, was da wohl noch alles bekanntwerden wird. Hat Kurz vielleicht auch "geschmutzelt", so wie es Horst Seehofer vor Jahren Markus Söder unterstellt hat?

Sollte es ein Verfahren gegen Kurz geben, wird es dauern, bis eine letztinstanzlich Entscheidung fällt. Der Ex-Kanzler könnte also noch länger ein Faktor in der von ihm in den vergangenen Jahren geformten Partei und in der österreichischen Politik bleiben. Manchen in unserem Nachbarland dürften also noch einige schlaflose Nächte bevorstehen.

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