10.05.2018 - 21:10 Uhr
Deutschland & Welt

Nach Trumps Erklärung: Eskalation im Nahen Osten

Vor einer rapiden Zuspitzung der Lage in Nahost war nach Trumps Ausstieg aus dem Atomdeal von vielen Seiten gewarnt worden. Nun scheint genau das zu passieren. Im Raum steht eine größere Konfrontation.

"Es geht wahrlich um Krieg und Frieden." Zitat: Bundeskanzlerin Angela Merkel
von Agentur DPAProfil

Tel Aviv/Damaskus/Washington. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran nährt die Eskalation zwischen Teheran und Israel weltweite Sorgen vor einem Krieg in Nahost. Die israelische Luftwaffe reagierte auf einen iranischen Raketenangriff aus Syrien mit massiven Attacken auf iranische Ziele in dem Bürgerkriegsland. Kanzlerin Angela Merkel mahnte zur Zurückhaltung: "Es geht wahrlich um Krieg und Frieden", sagte sie.

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärte, man habe in Syrien fast alle dortigen Infrastrukturen des Irans getroffen. Dagegen sei keine der 20 von iranischen Streitkräften auf die Golanhöhen abgefeuerten Raketen auf von Israel kontrolliertem Gebiet eingeschlagen, sagte Lieberman am Donnerstag. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, bei dem Angriff seien 23 Menschen getötet worden. Die syrische Armee sprach dagegen von drei toten und zwei verwundeten Soldaten.

Auch angesichts der weltpolitischen Lage mahnte Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron die Europäer zugleich zu Stärke und Einigkeit. "Seien wir nicht schwach", sagte er in Aachen, wo er den Karlspreis für sein europäisches Engagement verliehen bekam. Die britische Regierung mahnte Besonnenheit an. Der russische Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich bei einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Moskau beunruhigt und forderte, die Spannungen zwischen Israel und dem Iran im Dialog zu lösen. Israel wirft Teheran vor, seine Präsenz im Bürgerkriegsland Syrien ausgebaut und viele Waffen dorthin geliefert zu haben.

Israel wird für Luftangriffe in Syrien verantwortlich gemacht, bei der auch Iraner getötet wurden. Teheran drohte mit Vergeltung. Der Iran ist neben Russland und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah wichtigster Verbündeter des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad. Ajatollah Ali Chamenei zog einen Verbleib des Irans in dem Abkommen in Zweifel. "Es besteht keinerlei Logik, in dem Abkommen zu bleiben, wenn uns das EU-Trio dessen Umsetzung nicht versichert", sagte der Ajatollah am Mittwoch. Kommentar, Seite 4

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